Gesundheit : EKG zeigt, wie aktiv das Herz ist

Wird die Herztätigkeit  während einer Belastungssituation gemessen, gehört auch die Kontrolle des Blutdrucks dazu.
1 von 2
Wird die Herztätigkeit während einer Belastungssituation gemessen, gehört auch die Kontrolle des Blutdrucks dazu.

Kerstin Frederking, Fachärztin für Innere Medizin beim Ärzte-Zentrum der Techniker Krankenkasse, stellt Untersuchungsmethoden vor

von
10. November 2014, 23:48 Uhr

Die Abkürzung EKG steht für Elektrokardiogramm. Ein EKG ist die graphische Darstellung der elektrischen Vorgänge der Erregungsausbreitung im Herzmuskel. Mithilfe von EKG-Elektroden, eines Verstärkers und eines Schreibers können die Veränderungen der elektrischen Spannung an der Körperoberfläche gemessen und aufgezeichnet werden. Die Spannung hat zu jedem Zeitpunkt eines Herzschlags eine bestimmte Ausrichtung und Stärke. Sie wird in Abhängigkeit von der Zeit abgebildet, sodass die Erregungsausbreitung im Herzen als Kurve sichtbar wird.


Wie wird ein EKG            durchgeführt?
Am liegenden oder halb sitzenden Patienten werden zuerst Elektroden befestigt: eine an jedem Arm und Bein (Extremitätenableitungen) sowie sechs weitere auf der Brust (Brustwandableitungen). Der Kontakt zwischen Elektrode und Haut wird durch ein Gel oder feuchte Papierstreifen verbessert. Das EKG ist eine einfache und schmerzlose Untersuchung, die in der Regel etwa zwei Minuten dauert.


Wann wird ein EKG         durchgeführt?
Das EKG ist häufig ein fester Bestandteil gesundheitlicher Routineuntersuchungen. Am Verlauf der Kurve kann der Arzt Herzrhythmusstörungen oder Störungen in der Erregungsausbreitung im Herzmuskel erkennen. Daraus können Rückschlüsse auf verschiedene Herzerkrankungen, auf Störungen des Mineral- und Salzhaushalts sowie auf einige Lungenerkrankungen gezogen werden.

Fester Bestandteil der Diagnostik ist das EKG, wenn der Verdacht auf eine Herzerkrankung besteht. Verschiedene Symptome können auf eine Erkrankung des Herzens hinweisen. Dazu zählen unter anderem Schmerzen und Druckgefühl in der Brust, Veränderungen des Herzrhythmus oder des Blutdrucks sowie Luftnot, Schweißausbrüche und Übelkeit.

Welche Formen der       Untersuchung gibt es?

Es gibt auch ein Langzeit- und ein Belastungs-EKG. Diese Untersuchungen werden in besonderen Situationen eingesetzt.

Beim Langzeit-EKG wird die Herztätigkeit in der Regel über 24 Stunden aufgezeichnet. Dabei trägt der Patient ein kleines batteriebetriebenes Aufnahmegerät während des normalen Tagesablaufs am Körper und protokolliert seine körperliche Aktivität und das Auftreten von Beschwerden. Die Auswertung der Aufzeichnung erfolgt mittels eines Computers.
Ein Langzeit-EKG wird zum Beispiel durchgeführt, wenn der Verdacht besteht, dass Herzrhythmus- oder Durchblutungsstörungen nur zeitweise auftreten und so durch ein herkömmliches EKG unentdeckt bleiben. Weitere Einsatzgebiete sind die Überwachung der medikamentösen Therapie von Herzrhythmusstörungen oder die Herzschrittmacherkontrolle.

Beim Belastungs-EKG erfolgt die Aufnahme der Herztätigkeit während körperlicher Belastung des Patienten, zum Beispiel durch Radfahren (sogenannte Fahrrad-Ergometrie) im Sitzen oder Liegen oder durch Laufen auf einem Laufband. Dabei wird die Belastung in Abhängigkeit vom Alter und vom Zustand des Patienten gesteigert. Der Blutdruck wird während der Untersuchung ebenfalls regelmäßig gemessen.

Das Belastungs-EKG dient vor allem der Feststellung und Schweregradbeurteilung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die in Ruhe möglicherweise nicht auftreten.

Der Arzt nutzt das Belastungs-EKG außerdem zur Behandlungskontrolle verschiedener Herz- und Kreislauferkrankungen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck. Durch ein Belastungs-EKG kann auch die sportliche Belastbarkeit und Kondition von Gesunden beurteilt werden.

Vor allem bei Untrainierten können während des Belastungs-EKG Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln der Beine auftreten. Diese sollten den Patienten nicht zum Abbrechen der Untersuchung bewegen.

Treten während der Messung hingegen Beschwerden wie Brustschmerzen oder Atemnot sowie ein starker Anstieg des Blutdruckes oder der Herzfrequenz auf, muss die Belastung sofort abgebrochen werden. Während der Durchführung muss sich immer ein Arzt in erreichbarer Nähe aufhalten, um mögliche körperliche Beschwerden schnell behandeln zu können.

Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel unmittelbar nach einem Herzinfarkt oder bei Herzentzündungen, darf ein Belastungs-EKG nicht durchgeführt werden.

Nächsten Dienstag:

Was ist eine Kernspintomographie?



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen