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Lesertelefon zum Thema Impfen : Ein kleiner Pieks kann Leben retten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Welchen Schutz brauche ich im Urlaub? Benötige ich noch Impfungen im Alter? Worauf muss ich bei Kindern achten? Experten gaben Auskunft zum Thema Impfen.

Wir machen in diesem Jahr eine Kreuzfahrt durch Südostasien. Welche Impfungen benötigen wir und wie lange vorher sollten wir uns darum kümmern?
Grundsätzlich sollte jede Reise zum Anlass genommen werden, den eigenen Impfschutz zu überprüfen – egal, wohin es geht. In Südostasien sollte man sich zusätzlich zu den normalen Impfungen gegen Hepatitis A impfen lassen. Weitere Schutzmaßnahmen hängen von der Region, Reisezeit und -dauer sowie von den geplanten Aktivitäten ab. Ein längerer Aufenthalt im Landesinneren kann beispielsweise mehr Impfungen erfordern als etwa ein Besuch in Bangkok.

Es wäre gut, wenn Sie sich mindestens vier Wochen vor der Reise um den Impfschutz kümmern würden. Notfalls können Sie aber auch kurz vor Reiseantritt einen Arzt aufsuchen – das ist besser als gar nichts zu unternehmen.

Kann ich mich vor meinem Urlaub an meinen Hausarzt wenden und mich dort impfen lassen?
Ja, viele Impfungen können durch den Hausarzt erfolgen. Bei größeren Reisen, zum Beispiel in die Tropen, ist allerdings eine reisemedizinische Beratung in ausgewählten Beratungsstellen zu empfehlen.

 

Ich reise in diesem Jahr nach Tansania. Was muss ich beim Mückenschutz beachten?
Tansania ist ein Land mit einem hohen Übertragungsrisiko für Malaria. In der Regel ist deshalb eine Vorbeugung mit Medikamenten zu empfehlen, denn gegen Malaria gibt es keine Impfung. Trotzdem sollten Sie sich zusätzlich gegen Mückenstiche schützen. Da die Malaria-Mücken dämmerungsaktiv sind, sollten Sie sich beispielsweise bei einer Safari, die in der Morgendämmerung beginnt, mit heller, langer und weiter Kleidung schützen. Mückenabweisende Lotionen oder Sprays sind ebenfalls hilfreich. Je nach Unterbringung gehört auch ein Moskitonetz ins Gepäck. Größere Hotels sind oft mit Klimaanlagen ausgestattet, so dass die Fenster geschlossen bleiben können.

Mein Impfausweis ist verschwunden. Was mache ich jetzt?
Im Prinzip gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können zum einen Ihren Hausarzt fragen. Allerdings werden meistens nur die Impfungen dokumentiert, die gerade durchgeführt wurden, und nicht der gesamte Verlauf. Zum anderen können Sie sich an das Gesundheitsamt wenden, wo einige Impfungen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst dokumentiert sind. Darüber hinaus lohnt es sich, nach alten Dokumenten wie dem SV-Buch oder Bundeswehr-Unterlagen zu suchen. Alle registrierten Impfungen können dann in einen neuen Ausweis übertragen werden. Wenn gar keine Unterlagen mehr vorhanden sind, bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig, als mit den Impfungen von vorne anzufangen.

Ich bin über 60, da brauche ich mich doch nicht mehr impfen zu lassen, oder?
Das ist nicht richtig. Impfungen spielen in jeder Altersgruppe eine wichtige Rolle. Die meisten Impfungen werden natürlich im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen, aber auch für Erwachsene sind einige Impfungen wichtig. Dazu gehören zum Beispiel Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollten. Zusätzlich empfohlene Impfungen gibt es für chronisch Kranke und über 60-Jährige. Empfohlen werden hier neben den oben genannten Impfungen die jährliche Impfung gegen Grippe sowie die Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken).

Ich habe gehört, es gibt eine Impfung gegen Gürtelrose...
Das ist richtig. Ein gut wirksamer und verträglicher Impfstofff gegen die Gürtelrose (Herpes zoster) und ihre Komplikationen ist in Deutschland verfügbar, allerdings gibt es hierzu noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Der Impfstoff ist ab dem 50. Lebensjahr zugelassen. Die Kostenübernahme sollte mit der Krankenkasse geklärt werden.

Wir machen Zelturlaub in Deutschland. Brauchen wir eine Impfung gegen das durch Zecken übertragbare FSME-Virus?
Das hängt von der Region und den Aktivitäten ab. Risikogebiete für FSME in Deutschland sind Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Sachsen und Thüringen. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gehören nicht zu den FSME-Risikogebieten. Das heißt allerdings nicht, dass es hier keine Zecken gibt, sondern dass eine Übertragung des Virus durch die Tiere nicht oder nur selten nachweisbar ist. Eine Impfung bei einer Reise in die Risikogebiete in Deutschland wird von den Krankenkassen bezahlt.

Da durch die Zecken auch andere Erreger wie zum Beispiel Borreliose übertragen werden können, ist es ebenfalls wichtig, sich möglichst gut vor den Zeckenstichen zu schützen. Das kann man zum Beispiel durch entsprechende Kleidung, das Einreiben mit zeckenabweisenden Lotionen sowie das Absuchen nach Zecken nach Aufenthalt im Freien erreichen. Bei Kindern wird das Tragen einer Kopfbedeckung empfohlen.

Unser Kinderarzt empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung. Sollen wir diese durchführen lassen?
Dieses Thema sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt ausführlich besprechen. Der Impfstoff ist vom Paul-Ehrlich-Institut hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Sicherheit geprüft und zugelassen. Meningokokken B stellen in Deutschland – und auch im Nordosten – die häufigste Serogruppe dar. Der Impfstoff ist sicher und gut verträglich, kann aber gegebenenfalls – insbesondere wenn er mit anderen Impfstoffen zusammen verabreicht wird – in Einzelfällen zu Fieberreaktionen führen. Da die STIKO diese Impfung derzeit noch nicht als Standardimpfung für alle Kinder und Jugendlichen empfiehlt, gehört diese Impfung noch nicht in den Pflichtleistungskatalog der Krankenkassen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten aber trotzdem schon im Rahmen ihrer Satzungsleistungen.

>> Nähere Informationen zu den einzelnen Themenbereichen beim Impfen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern unter: www.lagus.mv-regierung.de.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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