Der Verantwortung stellen

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29. Juli 2009, 11:25 Uhr

Andreas Herholz Die Zahl der Infektionen steigt dramatisch an. 3810 Schweine- grippefälle sind bereits registriert - Tendenz rasant steigend. Die Schweinegrippe ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Und je mehr Urlauber in den nächsten Wochen wieder zurückkehren werden, desto größer wird das Problem werden. Spät erst hat die Bundesregierung auf die Gefahr reagiert. Erst im Herbst wird der Impfstoff in Deutschland erwartet. Kaum laufen nun die Vorbereitungen der geplanten Massenimpfung und noch ist völlig unklar, welches Ausmaß die Pandemie annehmen wird. Da gibt es bereits heftigen Streit darüber, wer die Kosten für die aufwendige Schutzmaßnahme tragen soll. Schon schlagen die Krankenkassen Alarm und drohen mit höheren Beiträgen, sollten Bund und Länder nicht einspringen. Es geht um Hunderte Millionen Euro, im schlimmsten Fall sogar um Milliarden, die fällig wären, wenn alle Bundesbürger geimpft würden. Klar, dass da beide Seiten rechtzeitig klar stellen wollen, wer die Rechnung am Ende übernehmen muss. Nicht Bund und Länder, sondern die Kassen sind grundsätzlich für Schutzmaßnahmen wie jetzt die gegen die Schweinegrippe zuständig. Mit ihrer Drohung, die Beiträge im Ernstfall erhöhen zu müssen, wollen die Versicherer schon einmal Druck aufbauen. Schließlich ist Wahlkampf. Und da ist die Aussicht auf steigende Beiträge nur wenig attraktiv. Der Streit um die Kosten für die Massenimpfung darf nicht auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden. Die Krankenversicherer müssen sich auch in schwierigen Zeiten ihrer Verantwortung stellen. Sollte die Zahl der Impfungen und vor allem die der Behandlungen von Infizierten tatsächlich gewaltige Ausmaße annehmen, gilt es eine pragmatische Lösung auf beiden Seiten zu finden.

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