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Die Angiographie : Blick ins Innere der Blutgefäße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zusammen mit der Techniker Krankenkasse stellen wir Untersuchungsmethoden vor

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 14:22 Uhr

Die Angiographie ist eine radiologische Untersuchungsmethode, mit der Blutgefäße dargestellt werden können. Dabei lassen sich Arterien, Venen und Lymphabflussbahnen mittels Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomographie abbilden. Die Aufnahmen können z. B. Hinweise auf die Art oder die Ausdehnung einer Gefäßerkrankung geben.


Wann wird eine

Angiographie notwendig?
Diese Untersuchungsmethode wird bei vielen Erkrankungen eingesetzt, unter anderem zum Nachweis von Verletzungen, Verschlüssen (zum Beispiel von Baucharterien oder beim Schlaganfall) sowie Verengungen beziehungsweise Veränderungen der Schlagadern.

So ist die koronare Herzkrankheit (KHK) ein wichtiger Anwendungsbereich. Aber auch die Diagnose von Entzündungen, und angeborenen oder im Laufe des Lebens entstandenen Missbildungen der Gefäße, wie Aussackungen (Aneurysmen) von Arterien im Gehirn, sind weitere mögliche Einsatzgebiete der Angiographie.


Wie läuft eine

Untersuchung ab?
Zunächst wird teilweise unter örtlicher Betäubung oder auch nach Verabreichung eines „Schlafmittels“ eine Hohlnadel beziehungsweise ein Katheter (ein längerer flexibler dünner Schlauch aus Kunststoff) je nach abzubildendem Gefäßsystem in eine Arterie, eine Vene oder ein Lymphgefäß, seltener ins Unterhautgewebe eingeführt. Nach Spritzen eines Kontrastmittels lässt sich das Gefäßsystem auf dem Röntgenbildschirm oder mithilfe anderer bildgebener Verfahren darstellen. Veränderungen der Blutgefäße wie Engstellen sind so mit hoher Genauigkeit zu erkennen. Anhand der Ergebnisse kann der Arzt beurteilen, ob eine Behandlung erforderlich und/oder möglich ist und welche Therapiemöglichkeiten infrage kommen.

Bei Darstellungen von Arterien, insbesondere Arterien, die der Blutversorgung des Herzens dienen (Herzkranzgefäße), wird über einen kurzen Hautschnitt die Arterie mit einer Nadel punktiert und ein kleines Plastikröhrchen in die Arterie gelegt. Dieses Röhrchen dient als Schleuse, in die ein dünner Führungsdraht (Führungskatheter) über die Hauptschlagader vorgeschoben wird. Die Darstellung der Herzkranzgefäße nennt man Koronarangiographie.


Was spürt man bei

dem Eingriff?
Durch die Injektion des Betäubungsmittels spürt der Patient bei der Untersuchung in der Regel nichts oder nur wenig. Nur wenn das Kontrastmittel gespritzt wird, kann er vorübergehend ein allgemeines Wärmegefühl bemerken.

Das Vorschieben des Führungsdrahtes und den Eingriff am Blutgefäß selbst spürt man nicht.


Was ist vor und nach

einer Angiographie

zu beachten?
Nimmt der Patient regelmäßig Medikamente ein, ist dies dem Arzt rechtzeitig vor der Untersuchung mitzuteilen. So wird der Arzt in einigen Fällen Medikamente einige Tage vor der Untersuchung absetzen oder die Dosierung ändern.

Eine besondere Vorbereitung unter ärztlicher Anweisung erfordert die Behandlung bei Menschen, die an Schilddrüsenerkrankungen oder einer Nierenschwäche leiden, sowie bei Allergikern.


Welche Alternativen

gibt es?
Viele Fragen, die den Blutfluss in Arterien oder Venen betreffen, können heute mit sogenannten Doppler-Ultraschalluntersuchungen beantwortet werden. Besonders größere Gefäße lassen sich damit ohne Risiken untersuchen. Üblicherweise werden daher vor einer Angiographie entsprechende Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis einer solchen Untersuchung kann jedoch unzureichend sein, sodass eine Angiographie zur weiterführenden Diagnostik erforderlich ist.

 

 

Nächsten Dienstag:

Was ist eine Echokardiografie?


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