Angriff aus der Luft

Durch die  milde  Witterung fliegen die  Pollen  in  diesem  Jahr  besonders   früh.
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Durch die milde Witterung fliegen die Pollen in diesem Jahr besonders früh.

Erster Teil unserer Serie über Allergien: Pollenallergiker müssen auf der Hut sein und Medikamente stets griffbereit haben

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03. März 2014, 14:32 Uhr

Einatmen. Ausatmen. Nichts machen Menschen so selbstverständlich wie dies. Leider verirrt sich dabei so einiges in die Atemwege, was dort für Beschwerden sorgt.

Pflanzenpollen sind an sich harmlos, das Immunsystem von Pollenallergikern nimmt sie jedoch als Bedrohung wahr und mobilisiert die Körperabwehr. Bei manchen juckt dann nur die Nase, andere müssen niesen, haben tränende Augen, Atemnot und eine verstopfte Nase.Die Übeltäter kommen aus der Luft. „Theoretisch sind Pollen über tausend Kilometer hinweg transportabel“, sagt Uwe E. Berger von der Medizinischen Universität Wien. Er ist Leiter der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation.

„Die beste Therapie für Pollenallergiker ist die Vermeidung des Allergens“, sagt der Aerobiologe. Polleninformationen und -vorhersagen helfen dabei. Doch um zu wissen, ob und auf welchen Stoff man allergisch reagiert, ist zunächst eine Allergiediagnostik nötig. „Das erfolgt über einen Hauttest oder eine Blutuntersuchung“, erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. „Beide Testmethoden sind aussagekräftig“, ergänzt Prof. Karl-Christian Bergmann, Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und Allergologe am Allergiezentrum der Berliner Charité. „Sie zeigen, ob Antikörper vorhanden sind, die eine Sensibilisierung belegen.“ Zusammen mit den klassischen Symptomen wie Jucken und Schleimhautreizungen spricht man von einer Allergie.

Laut DAAB leiden bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland unter einer Pollenallergie. Warum jemand zum Allergiker wird, ist unklar. Hat ein Elternteil oder haben sogar beide eine Allergie, so ist eine Vererbung sehr wahrscheinlich. Ohne entsprechende Erbanlagen liegt die Wahrscheinlichkeit einer Allergie bei sieben bis acht Prozent.

Das Stillen von Säuglingen bis zum vierten Lebensmonat wirkt sich positiv, aktives oder passives Rauchen negativ aus, was die Entstehung einer Allergie angeht. Außerdem braucht das Immunsystem des Menschen in den ersten beiden Lebensjahren Herausforderungen. Kinder von allen möglichen Krankheitserregern fernzuhalten ist daher nicht sinnvoll.

Eine Allergie kann in jedem Alter auftreten und sich im Laufe des Lebens verändern. Jeder Betroffene reagiert auf Allergene anders: Die Empfindlichkeit gegenüber Pollen ist nicht nur individuell unterschiedlich, sie verändert sich auch im Laufe der Pollenflugsaison. Außerdem können Schadstoffe Pollen so verändern, dass sie aggressiver werden.

Gefährlich an der landläufig als Heuschnupfen bezeichneten Pollenallergie ist ein mögliches allergisches Asthma. Darunter leiden dann die unteren Atemwege. Um so eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu vermeiden, müssen Betroffene lernen, mit der Allergie umzugehen. Neben Strategien für den Alltag ist eine Hyposensibilisierung ratsam. Dabei wird der Patient durch eine dreijährige Therapie an das Allergen „gewöhnt“.

Auch Medikamente können eingesetzt werden: „Antihistaminika wirken gegen alle Formen von allergischem Schnupfen“, erklärt Bergmann. Die meist rezeptfreien Präparate unterdrücken das Histamin, einen Botenstoff des Körpers, der für die Entzündungsreaktion verantwortlich ist. Bei schwereren Allergien können Ärzte auch Kortison verschreiben, das in der Regel lokal eingesetzt wird, zum Beispiel als Spray.

Pollenallergiker haben immer häufiger ein zusätzliches Problem: die Kreuzallergie. Dabei reagiert man auch auf verschiedene Nahrungsmittel, bei einer Haselpollenallergie etwa auch auf Äpfel. Betroffen ist jeder zweite Pollenallergiker. Immerhin: Gekocht kann das Obst noch genossen werden, roh sollte man die Finger davon lassen.

Eine Pollenallergie spielt auch bei der Urlaubsplanung eine Rolle. Europaweit gibt es gute Informationen über die Pollenverbreitung. „Außerhalb von Europa ist die Situation sehr unterschiedlich, teils sind kaum Informationen verfügbar“, sagt Aerobiologe Berger. Da hilft es nur, sich bei der Reiseplanung auch über Blütezeit und Verbreitung der entscheidenden Pflanzen zu informieren.

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