Mysteriöse Lungenerkrankungen : Fünf Tote nach E-Zigaretten-Konsum: US-Behörden suchen nach Gründen

Sind die Inhaltsstoffe der E-Zigarette gesundheitsschädlich? Symbolfoto
Sind die Inhaltsstoffe der E-Zigarette gesundheitsschädlich? Symbolfoto

In den USA stellen Lungenkrankheiten Ärzte vor Rätsel. Nun gibt es Hinweise, dass E-Zigaretten der Auslöser sein könnte.

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07. September 2019, 10:40 Uhr

New York | Die Zahl der Todesfälle in den USA, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten stehen, ist weiter gestiegen: Am Freitagnachmittag meldeten die Gesundheitsbehörden aus den Bundesstaaten Kalifornien und Minnesota je einen Verdachtsfall. Damit vermuten landesweit die Gesundheitsbehörden bei mindestens fünf Todesfällen nach Lungenerkrankungen einen Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten.

Die beiden neu gemeldeten Toten waren 65 beziehungsweise 55 Jahre alt. Beide hatten schon seit längerem Gesundheitsprobleme. Zu ihrem Tod führten aber letztlich nach Ansicht der Behörden womöglich E-Zigaretten. Zuvor waren bereits drei Verdachtsfälle aus den Bundesstaaten Indiana, Illinois und Oregon gemeldet worden.

Gesundheitsbehörde empfiehlt Verzicht

Die Zahl der Fälle, bei denen E-Zigaretten-Raucher zuletzt wegen schwerer Atemnot behandelt werden mussten, verdoppelte sich zugleich nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC innerhalb kurzer Zeit auf mehr als 450. Die CDC empfahl den vorläufigen Verzicht auf E-Zigaretten, solange die Ursachen der Krankheitswelle ungeklärt seien. Diese Zigaretten enthielten zahlreiche chemische Substanzen und Zusatzstoffe, "und Sie können nicht wissen, was jedes Produkt enthält", sagte die CDC-Expertin Dana Meaney-Delman.

Die US-Behörden gehen schon seit einer Weile verschärft gegen E-Zigaretten vor. Mehrere Bundesstaaten hoben seit dem vergangenen Jahr das Mindestalter für den Kauf auf 21 Jahre an. San Francisco verbot als erste US-Großstadt den Verkauf komplett.

Michigan wiederum will in den kommenden Wochen als erster US-Bundesstaat ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten in Kraft setzen. Die dortigen Behörden begründen dies damit, dass die Hersteller diese süßlichen Stoffe gezielt verwendeten, um Kinder für ihre Produkte zu gewinnen.

Gefährlicher Stoff kommt in mehreren Liquids vor

Die "Washington Post" hatte am Donnerstag von einer Spur zu einem möglicherweise verantwortlichen Stoff berichtet. Es handele sich um sogenanntes Vitamin-E-Azetat, das die Ermittler in Proben von Cannabisprodukten gefunden hätten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. Es komme in verschiedenen Marken und in mehreren der Liquids vor. CDC-Expertin Meaney-Delman bestätigte am Freitag, dass das Vitamin-E-Azetat in einigen Laborproben nachgewiesen worden sei, machte aber keine weiteren Angaben. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor.

Keine Fälle in Deutschland bekannt

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

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