Zahlen des Robert-Koch-Instituts : Mehr als 11.000 Deutsche wissen nichts von ihrer HIV-Infektion

Im HIV-Schnelltest reicht ein Pieks und etwas Blut für eine Diagnose.
Im HIV-Schnelltest reicht ein Pieks und etwas Blut für eine Diagnose.

Die Zahlen zu Neuinfektionen werden errechnet, da HIV oft erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird.

svz.de von
22. November 2018, 11:21 Uhr

Berlin | Im vergangenen Jahr haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) weniger Menschen in Deutschland mit dem Aidserreger HIV angesteckt als zuvor. Die Zahl der Neuinfektionen wird auf etwa 2700 geschätzt, ein Rückgang um 200 Fälle im Vergleich zum Jahr 2016. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Instituts hervor. Die Zahlen zu jährlichen Neuinfektionen werden errechnet, da HIV in vielen Fällen erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird. Das RKI geht von 11.400 HIV-positiven Menschen in Deutschland aus, die noch nichts von der Diagnose wissen. Insgesamt lebten Ende 2017 rund 86.000 Menschen im Land mit HIV.

HIV wird meistens beim Sex übertragen. Unbehandelt führt eine Infektion zu einer zunehmenden Schädigung des körpereigenen Abwehrsystems und darauf folgend auch oft zum Tod. Mit Medikamenten lässt sich die Entwicklung der Immunschwächekrankheit Aids heute aber aufhalten. Bei erfolgreicher Therapie kann die Viruslast im Körper von HIV-positiven Menschen so weit absinken, dass laut RKI "keine Übertragungen mehr" beobachtet würden.

Weiterlesen: Was gibt es bei HIV-Schnelltests zu beachten?

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