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Ratgeber

13. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Sternenhimmel : Mars und Venus als Paar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Sternenhimmel im November: Am 7. des Monats gesellt sich die Sichel des abnehmenden Mondes zu dem Planetenpaar.

Nachdem sich Saturn vom Nachthimmel zurückgezogen hat, bleibt der Abendhimmel im November ohne helle Planeten. Der Ringplanet wird von der Sonne verfolgt, die ihn Ende November einholt. Er hält sich somit am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. Erst Anfang Januar 2016 wird sich Saturn wieder am Morgenhimmel zeigen. Die Sonne strebt der Wintersonnenwende entgegen. Ihre Mittagshöhe nimmt um sieben Grad ab, die Tageslänge schrumpft um rund eine Stunde und zwanzig Minuten.

Am Abendhimmel sind lediglich die sonnenfernen Planeten Uranus und Neptun vertreten. Der grünliche Uranus hält sich im Sternbild Fische auf, der bläuliche Neptun ist im Sternbild Wassermann zu finden. Wegen ihren großen Sonnendistanzen sind beide Planeten mit bloßen Augen nicht zu sehen. Um sie zu erspähen, ist ein lichtstarkes Fernglas oder ein Teleskop erforderlich.

Drei helle Planeten schmücken den Morgenhimmel: Venus, Mars und Jupiter. Bei weitem am hellsten strahlt Venus. Auch Jupiter im Sternbild Löwe leuchtet auffällig hell. Am lichtschwächsten erscheint der rötliche Mars. Er ist aber dennoch gut zu sehen. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Novembers leicht zu -im Mai nächsten Jahres wird der kalte Wüstenplanet zu einem auffälligen Gestirn und fast so hell wie Jupiter werden.

Am 21. November passiert Mars seinen sonnenfernsten Bahnpunkt, das Aphel, wobei ihn gut 249 Millionen Kilometer von der Sonne trennen. Das Sonnenlicht benötigt somit knapp vierzehn Minuten, um den roten Planeten zu erreichen.

Gleich zu Monatsbeginn kommt es zu einer engen Begegnung unserer beiden Nachbarplaneten. Venus zieht am 3. knapp südlich an Mars vorbei. Ein besonders hübscher Himmelsanblick ergibt sich am 7. November, wenn sich die Sichel des abnehmenden Mondes zu Mars und Venus gestellt. Die beste Beobachtungszeit ist die Stunde von 5 Uhr bis 6 Uhr morgens. Einen Tag vorher wandert der abnehmende Mond bereits am Jupiter vorbei. Das kosmische Schauspiel ist am Osthimmel in mittlerer Höhe zu verfolgen.

Mit den Sternschnuppen des Leonidenschwarms ist von Mitte bis Ende November zu rechnen. Die Leonidenmeteore treten am Morgenhimmel in Aktion. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt rund zehn Grad östlich von Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Das Maximum der Leonidenaktivität ist in der Nacht vom 17. auf 18. November gegen 3 Uhr zu erwarten.

Das Erscheinen der Leoniden geht auf den Kometen 55P/Tempel-Tuttle zurück. In manchen Jahren waren die Leoniden besonders aktiv - weil die Erde alle 33 Jahre mit dem Zentrum der Leoniden-Trümmerwolke kollidiert. In diesem Jahr ist aber lediglich mit zwanzig Meteoren pro Stunde zu rechnen, darunter allerdings recht helle Exemplare.

Am 7. erreicht der Mond mit 405 720 Kilometer seine größte Erdferne. Neumond tritt vier Tage später, am 11. um 18.47 Uhr ein. Vollmond wird am 25. um 23.44 Uhr erreicht, wobei der hellglänzende Mond vor dem Sternhaufen der Hyaden im Stier steht. Im Laufe der Nacht nähert er sich dem orangen Stern Aldebaran. Zwei Tage vor Vollmond kommt der Mond mit 362 820 Kilometer in Erdnähe.

Die Bilder Kassiopeia, Andromeda, Pegasus, Perseus und Widder stehen hoch im Süden und prägen den typischen Herbstcharakter des Fixsternhimmels. Im Osten kündigt sich der Winter durch eine Reihe heller Sterne an - allen voran Kapella im Fuhrmann. Die gelbliche Doppelsonne steht hoch im Nordosten, ihr Licht ist 42 Jahre durch die Finsternis des Weltalls zu uns unterwegs. Als weitere helle Sterne schmücken Aldebaran im Stier, Beteigeuze und Rigel im Orion sowie Kastor und Pollux in den Zwillingen den Osthimmel. Einzig der bläuliche Sirius, hellster Stern am irdischen Firmament, ist um zehn Uhr abends noch nicht aufgegangen.

Im Sternbild Andromeda erkennt man in dunkler, klarer Nacht weitab störender irdischer Lichtquellen ein mattes Lichtfleckchen. Dieses diffuse Gebilde wurde Andromedanebel genannt. Bereits der arabische Astronom Al Sufi hat es im zehnten nachchristlichen Jahrhundert beschrieben. Das Gebilde ist keine Gas- und Staubwolke wie der Orionnebel, sondern ein gewaltiges Sternensystem. Dies fand der amerikanische Astronom Edwin Powell Hubble heraus, als er im ersten Drittel des 20. Jahrhundert den 2,5-Meter-Reflektor des Mt. Wilson- Observatoriums in Kalifornien auf den Andromedanebel richtete und dabei die Randpartien in einzelne Lichtpunkte auflöste. Das von Hubble benutzte Spiegelteleskop war damals das größte Fernrohr der Welt.

Der Andromedanebel ist eine Milchstraße oder Galaxie, die sich aus mindestens 400 Milliarden Sonnen zusammensetzt. Fast drei Millionen Lichtjahre ist sie von uns entfernt. Trotz dieser unvorstellbar großen Distanz spricht man von unserer Nachbarmilchstraße. Denn die meisten der Milliarden von Galaxien im Kosmos sind Hunderte oder Tausende von Millionen Lichtjahren entfernt. Zurzeit nähern sich die Andromeda-Galaxie und unsere Milchstraße einander mit etwa 120 Kilometern pro Sekunde. In knapp fünf Milliarden Jahren werden beide Sternsysteme miteinander verschmelzen und eine riesige elliptische Galaxie bilden. Man hat für sie schon einen Namen gefunden: Milkomeda.

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