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Liebe, Flirt und Partnerschaft

24. August 2017 | 03:04 Uhr

Liebe : Urlaub mit verliebten Teenagern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn Teenager statt mit den Eltern in den Urlaub urplötzlich mit der ersten Liebe zuhause bleiben wollen – dann ist Stress programmiert.

Eigentlich gibt es für pubertierenden Nachwuchs nichts Wichtigeres als Ferien. Und dann soll es natürlich möglichst auch weit, weit weg gehen – Neid erzeugende Selfies mit Eiffelturm, den Präsidentenköpfen in den USA oder den Pyramiden von Gizeh inklusive.

Doch plötzlich: Appetitlosigkeit, Unkonzentriertheit, flüsternde Dauergespräche mit dem Handy und kein Blick mehr für Mama und Papa – das Kind erlebt die erste Liebe. Von jetzt auf gleich liegt das Paradies direkt vor der Haustür und eine Urlaubsreise gleicht der Vertreibung aus dem selbigen. Folge: Die schönste Zeit des Jahres droht zur emotionalen Belastung für alle zu werden – eine Situation, die viel Feingefühl und Toleranz verlangt. Das Wochenend-Magazin hilft, den Stress zu mindern.

1. Vertrauensbeweis

Machen Sie sich deutlich, dass das Eingeständnis Ihres Kindes „Wir sind zusammen“ Ihnen gegenüber ein Vertrauensbeweis ist, auch wenn Sie die Offenbarung der ersten Liebe Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter eher als Schock empfinden. Das zeigt, dass Ihr Kind Ihnen gegenüber offen ist. Zu oft haben Teenager nämlich Angst, dass sie mit ihrer „Beichte“ auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

2. Keine Sorgen machen

Keine Angst vor Enkeln, Hochzeit und Sex vor der Ehe – Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren haben meist noch eine etwas andere Definition von „Beziehung“. Ein bisschen Herumknutschen, Händchen halten oder ins Kino gehen reicht den meisten schon, wenn sie ihre ersten zaghaften Versuche machen, mit den neuen hormonellen Wallungen umzugehen.

3. Nicht persönlich nehmen

Die plötzliche Ablehnung des lange gemeinsam geplanten Familienurlaubes und die emotionale Hinwendung zur ersten Liebe nicht als persönliche Abweisung auffassen. Auf keinen Fall mit Sprüchen wie „Du bist noch jung und wirst dich noch oft genug verlieben“ reagieren. Weisheiten solcher Art wollte man schließlich in der eigenen Jugend auch nicht hören – also besser vermeiden.

4. Gefühlter Weltuntergang

Die (räumliche) Trennung einer Beziehung – auch wenn diese nur aus Händchenhalten besteht – kommt in der Pubertät einem Weltuntergang gleich. Die Teenager können mit solch extremen Gefühlen meistens nicht richtig umgehen und verhalten sich häufig sehr aggressiv. Für Eltern stehen die Chancen natürlich ganz besonders gut, die Wut des Kindes abzubekommen – auch wenn dies in vielen Fällen sogar mit einem schlechten Gewissen beim Sprössling einhergeht.

5. Grenzen setzen

Das alles bedeutet nicht, dass der (temporäre) Liebeskummer ein Freifahrtschein für jede Respektlosigkeit ist. Eltern sollten helfen und trösten, Halt und Sicherheit geben – und dazu gehört auch das Ziehen von Grenzen. Die bisherigen Regeln im Umgang innerhalb der Familie sollten unbedingt beibehalten werden. Unterlassen Sie es, die Kinder zum Beispiel mit Versprechen auf attraktive Ausflüge oder Shopping im Urlaub zu „bestechen“.

6. Mögliche Alternativen

Am besten ist, man durchbricht die emotionale Spirale und beendet die Diskussion. Alle Zeit zum Verarbeiten geben – sich selber auch – und dann zum „Normalbetrieb“ zurückkehren. Flammt die Diskussion um das „lieber Hierbleiben“ später wieder auf, sollte man konsequent bleiben und lieber Kontaktmöglichkeiten (E–Mail, Skype, WhatApp, Facebook) besprechen.
 

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erstellt am 09.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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