zur Navigation springen

Schwanger nach Urlaubsflirt : Unbekannter Vater darf unbekannt bleiben

vom
Aus der Onlineredaktion

Urlaubsromanze mit Folgen: Eine junge Frau hatte vier Frühlingstage auf Mallorca mit einem Mann im Hotel verbracht – und bekam neun Monate später einen Sohn. Sie verlangte von der Hotelleitung, ihr den vollen Namen des Mannes mitzuteilen. Die Begründung: Sie habe nach dem Bundesdatenschutzgesetz Anspruch darauf, da es um wichtige Unterhaltsansprüche gegen den „Vier-Tages-Partner“ gehe und sie von ihm nur den Vornamen „Michael“ kenne. Die Hotelleitung verweigerte ihr jedoch die Auskunft – die Frau klagte.

Das Amtsgericht München, bei dem der Fall verhandelt wurde, setzte allerdings die informationelle Selbstbestimmung des Mannes und seinen Schutz auf Privat- und Intimsphäre vor den Anspruch auf Kindesunterhalt. Es stellte sich heraus, dass zu der in Frage kommenden Zeit vier Gäste des Hotels diesen Vornamen trugen. Deswegen habe sich die Hotelleitung richtig verhalten, indem es die Gästeliste nicht preisgab. Das Recht der Männer auf Achtung der Privat- und Intimsphäre überwiege gegenüber den Unterhaltsinteressen der Frau. Es bestünde außerdem die Gefahr, dass Daten ins Blaue hinaus übermittelt würden. Das insbesondere deswegen, weil nur der Vorname (wahrscheinlich) des Mannes bekannt war – und die Etage, auf der sich das Liebesnest befand. (AmG München, 191 C 521/16)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen