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Online–Dating–Studie : Männer suchen Sex, Frauen die große Liebe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Universität München hat die Facebook-Profile von zehntausend Nutzern von Online-Dating-Portalen untersucht.

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 09:00 Uhr

Es ist die wohl bislang größte Studie über Partnersuche im Internet. Die Universität München hat zusammen mit dem Online Dating Vergleichsportal zu-zweit.de die Vorlieben von 10  000 Nutzern in Bezug auf Online-Dating anhand ihrer Facebook-Profile untersucht. Ergebnisse: Online-Dater mögen Tätowierungen, die Online-Daterin hat eine Schwäche für Süßes. Jeder fünfte oder jede fünfte sucht übers Internet einen Partner bzw. eine Partnerin, obwohl er oder sie bereits in einer Beziehung ist. Mehr als jeder dritte Mann sucht auf einer Dating-Plattformen vor allem nach einem Sex-Abenteuer, 39 Prozent der Frauen dagegen nach der großen Liebe. Aber Vorsicht: Fast 17 Prozent der männlichen Online-Dater, die Sex-Kontakte suchen, sind verheiratet. Hier im Norden ist man (oder Frau) digital eher zurückhaltend – in Nordrhein-Westfalen glühen die Liebesdrähte dagegen besonders heiß. Während jeder fünfte Nutzer von Online-Dating-Plattformen in Düsseldorf und Umgebung wohnt, kommen nur knapp vier Prozent der Digital-Flirter aus Schleswig-Holstein. In Mecklenburg-Vorpommern wohnen nur gut zwei Prozent. Zwar steht der Osten dank der Frei-Körper-Kultur vergangener DDR-Tage im Ruf, sexuell freizügiger oder aufgeklärter zu sein – in der virtuellen Flirtwelt sind die „Ossis“ eher zugeknöpft. Nur 21 Prozent der Nutzer von Dating-Plattformen stammen aus den neuen Bundesländern, satte 79 Prozent aus den alten.

Weitere Vorlieben der Single-Börsianer neben ihrem Interesse für Tattoos: Männer mögen Kaffee, Fußball, Grillen und hören Mainstream-Hits – immer gern Helene Fischer. Männer, die bei ausgewiesenen Partnersuche-Sites angemeldet sind, bevorzugen Bier, mögen Actionfilme, tragen hochwertige Kleidung und lesen gerne Wirtschaftsmagazine. Neben Schokolade gehören zu den Vorlieben der Frauen auf Single-Börsen ebenfalls Tattoos und die Schnäppchenjagd nach Schuhen. Partner-Sucherinnen sind eher konservativ und verfolgen die Suche vorwiegend analytisch per eigener Checkliste und sogenannter Matching-Points, mit deren Hilfe sie Übereinstimmungen und gemeinsame Interessen mit interessierten und interessanten Flirtkandidaten abgleichen. Absolut toll finden die Online-Daterinnen übrigens Johnny Depp, Taylor Lautner oder Elyas M’Barek. Sportlich aktiv sind sie beim Schwimmen, Fahrrad fahren oder beim Volleyball. Wer die Damen beim ersten Date ins DVD-Heimkino entführen will, sollte auf jeden Fall „Dirty Dancing“ oder James Camerons „Avatar“ in der Filmbox haben. Als Kuschelmusik bieten sich die Songs von „Unheilig“ oder Adele an. Als aufmerksamer Flirt-Partner sollte man mit ihr über die „Harry-Potter“-Bücher, den Bestseller „P.S. Ich liebe dich“ oder „NEON Unnützes Wissen“ diskutieren können. Fährt man dann auch noch im Audi vor, ist alles bestens.

Männer stehen auf Megan Fox, Selena Gomez oder Katy Perry und sind außerordentlich sportlich. Aktiv Fitnesstreiben ist die mit Abstand häufigste Freizeitbeschäftigung der Online-Dater – gefolgt von Pizza essen und Feste feiern. Am meisten lachen sie über Bülent Ceylan, Paul Panzer und Mario Barth und greifen am liebsten zu Kleidung von Hugo Boss, Tommy Hilfiger oder S.Oliver.

Insgesamt waren gut neun Millionen Deutsche schon mal im Netz auf Partnersuche. Aktuell klicken sich mehr als vier Millionen durch die diversen Plattformen oder wischen sich durch mobile Apps wie Tinder. Das geht aus Zahlen des Hightech-Branchenverbands Bitkom hervor. Online-Dating ist ein gewaltiges Geschäft. Selbst Finanzinvestoren, wie die Investment-Gesellschaft Oakley Capital aus London, entdecken es zunehmend für sich. Vor einigen Monaten schluckten die Briten Parship.

Im Sommer dieses Jahres kam für 22 Millionen Euro die Seite Elite-Partner hinzu. Zeitgleich krempeln Apps wie Tinder weltweit den Markt um. „Durch mobile Partnersuchen per Dating-App auf dem Smartphone wird Online-Dating künftig weiter zunehmen“, sagt Bitkom-Experte Tobias Arns voraus. Tinders Unternehmensmutter Match ist an der Börse bereits gut eine halbe Milliarde US-Dollar wert.
 

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