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Missverständnisse beim Flirten : Fehler beim (An-)Baggern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Flirt am Strand, das Ansprechen völlig fremder Menschen ist nicht einfach – wer zu offen auf Anbagger-Tipps zurückgreift, riskiert dumm dazustehen.

Sommerzeit ist Urlaubszeit und: Am Strand herrscht eine völlig andere Atmosphäre als im Büro. Es ist Freizeit und die meisten Menschen wollen dort entspannen. Das Nacktsein und die Nähe zum Wasser bringen man (und auch frau) ganz von allein auf erotische Gedanken. Zwar wollen einige tatsächlich einfach nur in der Sonne liegen und abschalten, doch die meisten dürften hier einem Flirt nicht abgeneigt sein. Anschauen ist in Ordnung, nicht aber Anstarren und schon gar nicht allzu offensichtlich auf die besonderen Kurven. Das Wochenend-Magazin deckt die größten Missverständnisse beim Flirten auf:


Flirt-Tipps werden als Tricks angesehen
Hilfe anbieten beim Eincremen, ein Eis mitbringen, die Strandschönheit auf das Buch, in dem sie gerade blättert, ansprechen – die kleinen Dinge, mit denen man ins Gespräch kommt, werden oft sofort als Tricks angesehen. Und: Spricht man von Tricks, denkt man an Austricksen und – noch negativer – an Täuschen. Viele haben Angst, sie könnten dadurch als die buchstäbliche falsche Schlange dastehen. Schließlich braucht Tricks nur jemand, bei dem schon alle Stricke gerissen sind: Ein hoffnungsloser Fall, der als er selbst keine Chance hat und sich deswegen verstellen muss, um Erfolg zu haben. Also: durch Authentizität und Natürlichkeit kommt man hier viel weiter. Die Tipps sind eher der Eisbrecher – wie es nach dem ersten Kontakt weitergeht, liegt an jedem selbst. Schema F gibt es nicht.


Geht es um Sex – oder „was Ernstes“?
Was bedeutet eigentlich das Wort Flirt? Wikipedia übersetzt es mit: „Unter Flirt ist die erotisch motivierte Annäherung zwischen zwei – seltener auch mehreren – Personen durch ein charmantes unverbindliches Liebesgeplänkel zu verstehen.“ Im Englischen Wort „amorous“, das „sinnlich“ aber auch „erotisch“ heißen kann, liegt vielleicht ein Teil der Problematik. Oft wird Flirten mit Aufreißen und vorhandenem sexuellem Interesse gleich gesetzt. Es gibt Flirten ohne sexuelles Interesse und sexuelles Interesse ohne Flirten, deshalb sollte man diese beiden Phänomene nicht unweigerlich in einen Topf werfen. Also: Einfach das Gespräch – wenn es beiden gefällt – ruhig ein wenig knistern lassen und auf keinen Fall zu hohe Erwartungen daran knüpfen. Weder in der einen noch in der anderen Richtung. Flirten ist ein Spiel mit Nähe und Distanz, das nicht von Anfang an, sondern erst mit der Zeit Erwartungen mit sich bringen kann– aber nicht unbedingt muss.


Flirten ist ein Naturphänomen
Trotz aller Vorbehalte gegen Flirt-Tricks: Die Vorstellung, dass sich Gelegenheiten zum Flirten halt so ergeben, dass ein Flirt einen, ähnlich wie Verliebtheit, eher zufällig trifft, als dass man ihn üben müsst, bewirkt, dass man passiv abwartet. Und wartet, und wartet, und dann ist die Gelegenheit vorbei. In Wirklichkeit ist es aber so, dass allem, was wir so automatisch und gut können, eine lange Lerngeschichte zugrunde liegt.

Das gilt auch und gerade im Bereich der sozialen Kontakte. In Begegnungen kann man seine Fähigkeiten im Umgang mit anderen erkennen - und unter Umständen schulen und verfeinern. Man lernt die Wirkung anderer Menschen auf sich zu bemerken und die eigene Wirkung auf andere besser einzuschätzen. Mit anderen Worten: auch hier macht die Übung den Meister.

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