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Ratgeber

20. September 2017 | 20:30 Uhr

Sternenhimmel : Leuchten nach Mitternacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonne, Mond und Sterne im März: Mit etwas Geduld können Himmelsgucker die Sternschnuppen des Virginidenstroms verfolgen.

Die zuvor hell strahlende Venus verabschiedet sich im März vom Abendhimmel. Sie geht immer früher unter. Nach dem 20.wird man vergeblich nach ihr Ausschau halten. Am 25. überholt unser Nachbarplanet die Erde auf der Innenbahn. Dabei kommt sie bis auf 42 Millionen Kilometer an die Erde heran. Venus ist der Planet, der uns am nächsten kommen kann. Anfang April taucht Venus am Morgenhimmel auf.

Mars hält sich immer noch am frühen Abendhimmel auf. Seine Untergangszeit gegen 22 Uhr ändert sich während des Monats kaum, da er rasch nach Osten läuft. Da am Monatsende schon die Sommerzeit gilt, springt der Marsuntergang auf 23 Uhr.

Der schwierig und selten zu beobachtende Merkur bietet in der letzten Märzwoche die günstigste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres. Vom 23. März bis 3. April kann man den flinken Planeten als fahlen, gelblichen Lichtpunkt in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont erspähen. Gut eine halbe Stunde später wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar.

Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 1. gegen 20 Uhr: Tief am Westhimmel gesellt sich zu Venus und Mars die schmale Sichel des zunehmenden Mondes. Am 29. sieht man in der Abenddämmerung gegen 21.15 Uhr Sommerzeit die extrem schmale Mondsichel neben Merkur.

Jupiter im Sternbild Jungfrau wird allmählich zum Planeten der gesamten Nacht. Zu Monatsbeginn erscheint der Riesenplanet kurz nach 21.30 Uhr am Südosthimmel. Ende März geht er schon zwei Stunden früher auf. Nach Sommerzeit ist es dann 20.30 Uhr.

Saturn ist Planet am Morgenhimmel. Er geht Anfang März kurz vor halb vier Uhr morgens auf, zu Monatsende bereits zwei Stunden früher.

Während des gesamten Monats sind die Meteore des Virginidenstromes zu erwarten. Sie scheinen dem Sternbild Jungfrau zu entströmen. Der Virginidenstrom ist nicht sehr ergiebig. Nur rund fünf Sternschnuppen sind pro Stunde zu erwarten. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht.

In der Nacht vom 4. auf 5. zieht der zunehmende Halbmond am Sternhaufen der Hyaden vorbei und steuert auf das rote Stierauge Aldebaran zu. Dabei bedeckt der Mond zahlreiche Hyadensterne im Stier. Sie verschwinden schlagartig am dunklen Mondrand, denn unser Nachbar im All besitzt keine Lufthülle.

Der hellste Hyadenstern, der vom Mond bedeckt wird, ist Primus Hyadum, besser bekannt als Gamma Tauri. Er verschwindet hinter dem Mond wenige Minuten vor 22 Uhr. Die genauen Zeiten sind ortsabhängig.

Der Winter neigt sich seinem Ende zu, wie am abendlichen Fixsternhimmel deutlich zu erkennen ist. Typische Winterbilder wie Orion und Wintersterne wie Sirius sind bereits nach Südwesten gerückt und stehen vor ihrem Untergang. Auch der Stier mit seinem rötlichen Hauptstern Aldebaran ist bereits halbhoch im Westen zu erblicken.

Am Osthimmel hingegen hat der Aufmarsch der Frühlingsbilder begonnen. Der Löwe, das Leitsternbild des Frühlings, hat schon fast den Meridian erreicht. Der Große Wagen hat sich emporgeschwungen. Das Himmels-W, die Kassiopeia, sinkt weit im Nordwesten zum Horizont hinab. Im Südosten ist die Jungfrau erschienen. In ihr strahlt unübersehbar der Riesenplanet Jupiter. Spica, hellster Stern in der Jungfrau, leuchtet bläulich. Mit Arktur im Bootes und Regulus im Löwen komplettiert Spica das Frühlingsdreieck.

Vollmond tritt am 12. um 15.54 Uhr ein. Der Vollmond hält sich im Sternbild Jungfrau nahe der Grenze zum Löwen auf. Die Neumondphase wird am 28. um 4.57 Uhr Sommerzeit erreicht.

Die Sonne verlässt am 12. morgens das Sternbild Wassermann und tritt in das Sternbild Fische, indem sie am 20. exakt um 11.29 Uhr den Himmelsäquator überschreitet. Ihr Wechsel von der Süd- auf die Nordhälfte der Himmelskugel markiert den astronomischen Frühlingsbeginn. Am 20. tritt somit die Frühlings-Tagundnachtgleiche ein. Der Schnittpunkt der scheinbaren Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator wird darum Frühlingspunkt genannt. Er markiert auch den Beginn des Tierkreiszeichens Widder.

Am Sonntag, 26. März, werden die Uhren um 2 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Sie endet am 29. Oktober 2017. Die MESZ geht gegenüber der Weltzeit (UTC) zwei Stunden vor.

Durch die Umstellung auf Sommerzeit wird die Nacht vom 25. auf 26. keineswegs kürzer. Die Zeitspanne zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang ändert sich nicht. Man muss nur früher aufstehen, wenn man morgens einen Termin hat, der an eine Uhrzeit gekoppelt ist.

Autor: Hans-Ulrich Keller

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