Share Economy : Leih mir was – und ich leih dir das!

Ein Auto für mehrere Personen: Carsharing ist in fast allen europäischen Ländern möglich.
Ein Auto für mehrere Personen: Carsharing ist in fast allen europäischen Ländern möglich.

Sogenannte „Sharing“ -Angebote liegen im Trend. Hier eine Übersicht, wo Verbraucher überall teilen können:

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01. August 2015, 14:47 Uhr

Dinge immer selbst zu besitzen, ist für viele offenbar gar nicht so wichtig. Zumindest können sich 88 Prozent der Verbraucher vorstellen, sie auch zu teilen, wie eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ergab. Allerdings würden 79 Prozent nur im Bekanntenkreis etwas verleihen. Dennoch: In vielen Bereichen hat sich das Prinzip „teilen statt haben“ schon etabliert. Eine Übersicht:

Urlaub:

Hotels sind vielen zu unpersönlich, Jugendherbergen bieten mitunter wenig Privatsphäre. Wie schön wäre es, wenn man direkt in einer Wohnung in der Innenstadt oder einem Haus am Meer Urlaub machen könnte. Die Share Economy (siehe Hintergrund) macht es möglich: Auf Portalen wie Airbnb oder Wimdu können Reisende nach privaten Unterkünften suchen.

Gastgeber und Urlauber müssen sich auf den Seiten registrieren und ein Profil hinterlegen. Anbieter stellen Bilder und eine Beschreibung ein und nach der Reise bewerten sich beide Seiten gegenseitig. Ein Prinzip, das Schule gemacht hat: Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter wie 9Flats, Haustauschferien oder Couchsurfing, die ähnlich funktionieren.

Autos:

Als Statussymbol hat das Auto für etliche Menschen offenbar ausgedient. „Viele Fahrer begreifen, dass sie Geld sparen können, wenn sie ein Auto teilen“, sagt Gunnar Nehrke dem Bundesverband Carsharing (BCS). Nach einer Untersuchung von Stiftung Warentest lohnt sich die Nutzung eines geteilten Autos vor allem für Wenigfahrer. So sollen Carsharing-Fahrer bei 5000 Jahreskilometern bis zu 14 Cent pro Kilometer sparen, als wenn sie ihren eigenen Wagen nutzen würden.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen stationsgebundenem Carsharing, bei dem die Autos auf festen Parkplätzen abgestellt werden wie zum Beispiel von Anbietern wie Flinkster und den stationsunabhängigen Angeboten, dem sogenannten Free-Floating-Carsharing von Anbietern wie Car-to-Go oder DriveNow. Mit den Apps von Tamyca, Drivy oder CarUnity können Autofahrer auch ihre eigenen Pkw teilen.

Lebensmittel:

Der Kühlschrank ist vorm Urlaub noch gut gefüllt und bei der Party ist noch Essen übrig geblieben. Besonders, was sich nicht mehr lange hält, kommt oft in den Müll. Um etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu tun, können Verbraucher ihr Essen online teilen. Beispielsweise auf der Plattform „Foodsharing.de“ bieten Nutzer sogenannte Essenskörbe an. Wer Interesse hat, nimmt Kontakt auf und vereinbart eine Übergabe. Nicht nur Privatmenschen machen mit, auch Restaurants oder Händler können sich beteiligen.

Wohnen:

Auch Palmen und Gemälde fürs Wohnzimmer muss man nicht besitzen. Bei Anbietern wie Leihdirwas können selbst Sitzsäcke und Kleiderschränke geliehen werden. Das Angebot ist groß: Es reicht von der Waschmaschine über Brettspiele bis hin zu Eiscrushern und Hängematten. Angeboten werden zum Beispiel auch Shishapfeifen, Fußmassagegeräte und Espressomaschinen. Auch Werkzeuge lassen sich ausleihen.

Kleidung:

 Bevor die Klamotten im Schrank verstauben, gibt man sie weiter. Die Idee ist nicht neu: Second Hand-Läden gibt es schon lange - und auch über die Altkleidersammlung gibt es für die aussortierten Sachen eine zweite Chance. Mittlerweile ist die Kleider-Szene aber noch einen Schritt weiter. So lässt sich über die Plattform Kleiderkreisel Kleidung nicht nur verkaufen, sondern auch tauschen - und im Forum gibt es aus der Community die passenden Styling-Tipps.

Etwas anders funktioniert die Kleiderei. Für einen Mitgliedsbeitrag bekommt man hier jeden Monat ein paar Kleidungsstücke zugeschickt und sendet sie am Ende des Monats wieder zurück - so soll ein ständiger Wechsel im Kleiderschrank entstehen. Auch teure Taschen lassen sich auf Plattformen im Netz mittlerweile für kurze Zeit leihen.

Was heißt Share Economy?

Gebrauchsgüter werden in der „Share Economy“ nicht mehr nur gekauft und genutzt, sondern gemeinsam gekauft oder gemeinsam benutzt oder verliehen (Sharing). Dies betrifft z. B. Formen der Mobilität (Carsharing) oder Musikportale, wo es um die zeitlich begrenzte Nutzung von Musikstücken geht, nicht um das Besitzen. Seit 2005 gibt es Trends beim Teilen von Land (Gardensharing als Form des Landsharing) und auch bei Software (wo es von umfassenden Paketen zu Teillösungen aus der Cloud geht). Im Unterschied zu früheren Konzepten dieser Art spielt bei der Share Economy das Internet eine große Rolle, denn Angebote werden hier mit Hilfe von Web-2.0-Technologien weiterverbreitet.

Quelle: Wikipedia

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