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Tipps und Tricks : Kräuter gegen das Völlegefühl

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Üppige Mahlzeiten, guter Wein, Schokoladennikoläuse und gemütliche Runden vor dem Kamin - Weihnachten ist ein Großangriff auf die Bikini-Figur. Doch niemand muss sich davon den Genuss verderben lassen.

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erstellt am 23.Dez.2011 | 04:59 Uhr

Üppige Mahlzeiten, guter Wein, Schokoladennikoläuse und gemütliche Runden vor dem Kamin - Weihnachten ist ein Großangriff auf die Bikini-Figur. Da denkt Frau (und manchmal auch Mann) schon vor dem ersten Festessen mit Grausen an den Blick auf die Waage nach den Feiertagen. Doch niemand muss sich davon den Genuss verderben lassen. Wer ein paar Tipps und Tricks beherzigt, kann ohne Zuwachs auf den Hüften über das Fest der Feste kommen.

Weihnachtsmenü entschärfen

Bei den meisten Deutschen stehen nach wie vor Gans oder Ente auf dem weihnachtlichen Speiseplan. Dabei haben Gänse mit rund 30 Prozent den höchsten Fettanteil unter den Geflügelarten. Fettärmere Alternativen sind Hähnchen oder Pute - allerdings auf Kosten des Geschmacks. Deshalb ist es bei vielen Gesetz: kein Weihnachten ohne Gans. Doch auch diesen Festtagsbraten kann man entschärfen. "Wer Fett meiden will, sollte die Haut nicht mitessen, denn unter ihr verbirgt sich der größte Anteil an Fett", erklärt Sina Heinrichs von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Mecklenburg-Vorpommern. "Bei der Zubereitung kann man das Fett des Bratens abfangen und die Soße statt mit Sahne mit saurer Sahne verfeinern."

Doch nicht allein das Fleisch macht das Festmahl zur Kalorienbombe. Oft sind es vielmehr die Beilagen wie Klöße und Kroketten. Mit Kartoffeln fährt der Figurbewusste besser und hat eine vollwertige Beilage. Und wer als Vorspeise einen Salat isst, hat den Magen schon etwas gefüllt und schlägt bei den kalorienreicheren Gängen weniger kräftig zu. "Zum Nachtisch muss es auch nicht ein Sahnecremedessert sein", findet Sina Heinrichs. "Obstsalat, Joghurt- oder Beerenmus schmecken ebenso." Wichtig sei vor allem, langsam zu essen. "Das fördert das Sättigungsgefühl."

Viel trinken

Auch wenn man im Winter weniger Durst verspürt, sollte man während der Festtage reichlich trinken. Wenigstens zwei Liter am Tag. Natürlich nicht Wein oder Bier. Wasser oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees sind kalorienarm und füllen den Magen. Dort ist dann weniger Platz für Nougatstangen, Schoko-Weihnachtsmänner und Dominosteine.

Alkohol in Maßen

Wer auf seine Kalorienzufuhr achten möchte, sollte den Genuss von Alkohol auf ein Minimum beschränken. Ganz abgesehen von der schädigenden Wirkung auf den Körper, fördert er Übergewicht auf unterschiedlichste Weise. "Er liefert reichlich leere Kalorien. Das bedeutet er hat einen hohen Energiegehalt, liefert aber wenige oder keine essenziellen Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe", erklärt die DGE-Expertin. Mit 7 Kilokalorien (kcal) pro Gramm sei der Energiegehalt fast so hoch wie der von Fett (9 kcal). Außerdem wirkt er appetitanregend. Und nicht nur das.

Kräuter gegen Völlegefühl

Schlechte Nachrichten auch für all jene, die nach einem üppigen Mahl in einem Kräuterschnaps die einzige Rettung sehen: In einer Studie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg haben Forscher herausgefunden, dass der Verdauungsschnaps nicht gegen Völlegefühl hilft. "Der Kräuterschnaps verlangsamt die Verdauung sogar", sagt auch Maren Schmidt vom Ins titut für Naturheilkunde in Erfurt. Denn Alkohol wird schneller verdaut als Fett. Das bedeutet, wenn einem der Gänsebraten schon schwer im Magen liegt, sorgt Alkohol auch noch dafür, dass er dort länger verbleibt. Die positive Wirkung, die viele spüren, entsteht nicht durch den Alkohol, sondern durch die Kräuter. "Ein Kräutertee nach dem Essen hat also die gleiche Wirkung", so Sina Heinrichs. Und wenn man das Essen mit Kräutern würzt, werde die Verdauung von vornherein angeregt. Kümmel oder Lorbeer seien dafür besonders geeignet. Auch Espresso hilft nicht - aber: "das darin enthaltene Koffein regt die Darmmuskulatur an", erklärt Maren Schmidt.

Auch bittere Tees aus Heilpflanzen können helfen, die Verdauung in Schwung zu bringen. Die Bitterstoffe zum Beispiel in Tausendgüldenkraut, Wermut oder Schafgarbe regen die Säurebildung im Magen an, erläutert die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Nach dem Essen laufen

"Das Völlegefühl nach zu viel Essen lässt sich am besten mit einem Spaziergang in mäßigem bis zügigem Schritt bekämpfen", rät Prof. Manfred Vincent Singer, Gründer der Stiftung Biomedizinische Alkoholforschung in Mannheim. Außerdem gilt: Wer Kalorien verbraucht, kann auch mit ruhigem Gewissen wieder welche aufnehmen. Eine Stunde Walken bringt dabei zum Beispiel rund 120 Gramm Lebkuchen. Der Gang vor die Tür hat noch einen anderen Vorteil. Weil der Körper in der Kälte dafür sorgen muss, dass er seine Temperatur hält, werden zusätzlich Kalorien verbraucht. Außerdem bilden sich Muskeln und die verbrennen mehr Energie - selbst wenn wir später auf der Couch sitzen.

Rettung für Naschkatzen

Wer nur schwer am bunten Teller mit all den leckeren Naschereien vorbeikommt, kann sich mit Pfefferminz selbst helfen. Das Aroma kann die Lust auf Süßes stillen. Wer dem Drang widerstehen will, kann einen Pfefferminztee trinken oder einfach mal zwischendurch die Zähne putzen. Eine heiße Schokolade ist eine andere Alternative. Dafür sollte man allerdings nicht zum Fertigpulver greifen, sondern das Getränk aus fettarmer Milch, Kakao und wenig Zucker selbst herstellen.

Obst statt Schokolade

Bei Mandarinen, Apfelsinen, Äpfeln oder Grapefruits kann man häufiger zugreifen. Sie haben nur wenige Kalorien, füllen aber den Magen und liefern vor allem reichlich Vitamin C. Bereits mit einer Grapefruit oder anderthalb Orangen decke man die von der DGE empfohlene Tagesmenge von 100 mg, betont Sina Heinrichs. Für weihnachtliche Stimmung könne ein erwärmter Johannisbeer- oder Holundersaft mit Glühpunschgewürz sorgen.

Die Mandarine kann möglicherweise noch mehr. Einer Studie der Universität von Ontario (Kanada) zufolge, von der das Magazin "Men’s Health" in seiner Dezember-Ausgabe berichtete, soll sie dank des enthaltenen Flavonoids Nobiletin die Fettverbrennung ankurbeln und die Fettproduktion hemmen.

Weihnachten ist nicht schuld

Experten betonen es immer wieder: Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Deshalb gilt: "Wer sich ansonsten vollwertig ernährt, muss sich wegen der einmaligen weihnachtlichen Genüsse weniger Gedanken machen", so Sina Heinrichs. "Das Weihnachtsessen ist nicht entscheidend. Die überflüssigen Pfunde sammeln sich in den Wochen und Monaten davor an, weil die Energieaufnahme permanent den Energieverbrauch übersteigt."

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