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Ratgeber

11. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Studie : Jeder Dritte macht Überstunden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studie: 45 Stunden und mehr im Job sind normal / Beschäftigte fühlen sich gehetzt

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 05:15 Uhr

Millionen Beschäftigte in Deutschland leisten Überstunden. Überstunden als Normalfall? Hintergründe zur neuen Arbeitszeit-Bilanz von Rasmus Buchsteiner.

Wie viele Beschäftigte arbeiten Vollzeit?
Zuletzt gab es in Deutschland rund 31,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Etwa drei Viertel arbeiten Vollzeit – das heißt, mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 35 Stunden. Bei den Männern sind circa 90 Prozent in Vollzeit-Jobs, bei den Frauen ist das Verhältnis von Voll- und Teilzeit in etwa ausgeglichen.

Wie verbreitet sind Überstunden?
Ein Drittel derer, die Vollzeit arbeiten, kommt auf wöchentliche Arbeitszeiten von 45 Wochenstunden und mehr. „Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten – und damit die im Arbeitszeitgesetz festgelegte maximale wöchentliche Arbeitszeit überschreiten – beträgt 17 Prozent“, heißt es in der DGB-Untersuchung.

In welchen Branchen kommen Überstunden am häufigsten vor?
Es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. In einigen arbeiten im Schnitt bis zu 54 Prozent der Beschäftigten 45 Stunden oder mehr in der Woche. Im Verkehrsbereich sind es 54 Prozent, in den Bereichen Land, Forst, Bergbau, Wasser und Entsorgung 47 Prozent. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen liegt der Anteil derer, die 45 Wochenstunden oder länger arbeiten, bei 23 Prozent.

Wie reagieren die Arbeitgeber auf die neuen Zahlen?
Die Wirtschaft warnt vor überzogenen Interpretationen der DGB-Daten. „Die Zahl der Überstunden in Deutschland geht seit vielen Jahren zurück: Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ein Arbeitnehmer 2013 im Schnitt nur 0,89 Überstunden pro Woche gemacht“, so ein Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Dies sei insbesondere auf die zunehmende Bedeutung von Arbeitszeitkonten zurückzuführen, die den Abbau von Überstunden durch Freizeitausgleich vorsehen würden.

Müssen Arbeitnehmer in jedem Fall Überstunden machen?
Der Arbeitgeber darf Überstunden nur dann anordnen, wenn es Regelungen dazu im Arbeitsvertrag oder im gültigen Tarifvertrag gibt. Bei der Anordnung von Überstunden hat der Betriebsrat ein Mitspracherecht. Viele Beschäftigte würden „nicht freiwillig“ Überstunden machen und fühlten sich gehetzt, heißt es beim DGB.


 

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