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Ratgeber

20. Oktober 2017 | 07:20 Uhr

In wenigen Schritten zum neuen Gasanbieter

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2012 | 06:14 Uhr

Kaum ein Quartal vergeht, ohne dass Energieversorger höhere Gaspreise verkünden. Die Kunden können dagegen nichts tun. Trotzdem müssen sie dem Treiben nicht tatenlos zuschauen. Mit einem Wechsel des Lieferanten können sie in vielen Fällen selbst Geld sparen und gleichzeitig den Wettbewerb zwischen den Unternehmen anheizen, was sich wiederum auf die Preise auswirkt.

Der Wechsel von einem Versorgungsunternehmen zu einem anderen ist relativ einfach und risikolos, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Die Gefahr, bei einer Panne ohne Erdgas dazusitzen, besteht in keinem Fall. Sollte der Wechsel zum geplanten Termin nicht klappen, übernimmt automatisch der jeweilige Grundversorger die Gaslieferung. Und so geht es:

1. Eigener Verbrauch

Zunächst muss der Verbraucher den eigenen Jahresverbrauch herausfinden. Der Wert in Kilowattstunden ist der letzten Gasabrechnung zu entnehmen.

2. Angebote vergleichen

Bei der Suche nach dem günstigsten (nicht unbedingt billigsten) Angebot sind Vergleichsrechner im Internet eine wertvolle Hilfe. Allerdings muss man aufpassen. Einige Portale haben in der Suchmaske Kriterien automatisch voreingestellt, die verbraucherunfreundlich und daher nicht zu empfehlen sind. Verbraucherschützer raten beispielsweise von Tarifen mit Vorkasse ab. Das vorab gezahlte Geld ist im Falle der Insolvenz des Unternehmens - wie in der Vergangenheit bereits passiert - in der Regel weg. Auch Paketpreise sind mit Vorsicht zu genießen. Darauf sollte man sich, wenn überhaupt, nur einlassen, wenn man seinen Verbrauch sehr genau kennt und dieser konstant ist. Bonuszahlungen kann man natürlich mitnehmen - beim Vergleich der Preise sollten sie allerdings unberücksichtigt bleiben.

Vor dem Vergleich sollte man prüfen, ob nicht etwa eine unerwünschte Option aktiviert ist, und diese gegebenenfalls mit einem Klick deaktivieren. Wer auf eine Preisgarantie Wert legt, kann die Suchergebnisse entsprechend filtern. Verbraucherschützer raten außerdem zu möglichst kurzen Vertragslaufzeiten (höchstens zwölf Monate) und einer kurzen Kündigungsfrist (am besten ein Monat).

3. Vertrag anfordern

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man den Tarifvergleich mit einem zweiten oder gar dritten Vergleichsportal wiederholen und das Ergebnis mit den Angaben auf der Website des jeweiligen Versorgungsunternehmens vergleichen. Hat man sich dann für einen Tarif entschieden, kann man die Vertragsunterlagen oftmals direkt über das Internet anfordern.

4. Vertrag ausfüllen

Damit der Wechsel reibungslos über die Bühne geht, muss man neben dem eigenen Namen und der Adresse noch andere Angaben parat haben. Benötigt werden der bisherige Stromlieferant, der Netzbetreiber, die Zählernummer, die vorherige Kundennummer und der Gasverbrauch des Vorjahres. All das gehört in den Vertrag. Bevor man ihn unterzeichnet und abschickt, sollte man unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (das Kleingedruckte) lesen.

Mit dem Vertrag bevollmächtigt man in der Regel den künftigen Anbieter, den Liefervertrag mit dem bisherigen Anbieter unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist zu kündigen. Er kümmert sich dann auch um alles Weitere und schickt eine Bestätigung des Vertragsabschlusses mit dem genauen Lieferbeginn. Vom alten Versorger kommt die Kündigungsbestätigung und eine Abschlussrechnung.

Wer mit seinem Versorgungsunternehmen zufrieden ist und zu keinem anderen Lieferanten gehen will, kann oftmals trotzdem wechseln - in einen günstigeren Tarif. Einige Verbraucher stecken noch in teuren Grundversorgungstarifen.

Ein Wechsel zahlt sich in jedem Fall aus, wie die folgenden Beispiele zeigen: Bei den Stadtwerken Schwerin zahlt man in der Grundversorgung für 20 000 Kilowattstunden rund 1794 Euro pro Jahr. In einem Sondertarif der Stadtwerke wären rund 400 Euro weniger fällig. Beim günstigsten Lieferanten (ohne Vorkasse und ähnliches) sind es gut 600 Euro* weniger. Bei den Stadtwerken Wittenberge würde der Wechsel vom Grundversorgungs- in einen Sondertarif immerhin rund 260 Euro Ersparnis bringen. Geht man zu einem anderen Anbieter, wären es sogar 550 Euro*. Weniger deutlich sind die Unterschiede in Rostock: Den 1372 Euro in der Grundversorgung stehen 1276 Euro in einem Sondervertrag der Stadtwerke und 1197 Euro* beim günstigsten Anbieter gegenüber.

* laut Verivox, Stand 8. Oktober 2012

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