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Die Entscheidung für ein Haustier muss die ganze Familie treffen : Hund, Katze oder lieber Ratte?

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„Mama, ich will einen Hund!“ - oder eine Katze, ein Kaninchen oder einen Wellensittich. Früher oder später stehen Eltern vor ihren Kindern und sehen sich mit dem Wunsch nach einem Haustier konfrontiert.

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erstellt am 22.Jul.2011 | 09:01 Uhr

"Mama, ich will einen Hund!" - oder eine Katze, ein Kaninchen, ein Meerschweinchen, einen Hamster oder einen Wellensittich. Früher oder später stehen Eltern vor ihren flehenden Kindern und sehen sich mit dem Wunsch nach einem Haustier konfrontiert. "Es gibt viele Gründe dafür, sich ein Tier ins Haus zu holen. Es schenkt Wärme und Zuneigung und man knüpft häufig neue Kontakte zu anderen Menschen. Aber man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass jedes Haustier seine ganz eigenen Bedürfnisse hat und dass man mit der Anschaffung eines Tieres eine Menge Verantwortung trägt", sagt Marius Tünte, Sprecher des deutschen Tierschutzbundes e.V. in Bonn.

Bevor man also ein Tierheim oder einen Züchter aufsucht oder eine Zoohandlung betritt, sollte man einige Dinge überlegen und sich selbst ein paar kritische Fragen stellen. "Grundsätzlich sollte man mit der Familie eine gemeinschaftliche Entscheidung für das Tier treffen. Alle Familienmitglieder müssen das Tier haben wollen.

Futter, Tierarzt und Spielzeug kosten viel Geld

Überraschungen zum Geburtstag enden meist unschön - für die Tiere nicht selten mit einem ungewissen Schicksal im Tierheim und für die Besitzer mit einer großen Enttäuschung", warnt der Experte aus Bonn. Auch die Wohnsituation sei entscheidend. Zudem müsse man immer bedenken, dass so ein Tier eine Anschaffung für mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte sei. "Familien müssen auch in die Zukunft blicken und sich fragen: Sind die nächsten Jahre überschaubar, so dass ein Tier gleichmäßig gut versorgt werden kann?", sagt Tünte. Hinzu komme natürlich noch die finanzielle Seite, die von vielen Haustier-Besitzern vor dem Kauf unterschätzt werde. "Das Tier kostet nicht nur in der Anschaffung. Ich muss immer auch im Blick haben, dass es Folgekosten für den Tierarzt, das tägliche Futter, neues Spielzeug und Co. gibt", sagt der Tierschutzbund-Sprecher.

Für einen Hund braucht man viel Zeit

Einen Hund zum Rumtoben, eine Katze zum Schmusen und ein Zwerg-Kaninchen zum Kraulen - so stellen sich Kinder das Leben mit einem Haustier meist vor. "Es sind aber keine Spielsachen, die man nach Lust und Laune hervorholen, benutzen und dann wieder weglegen kann, sondern es sind echte Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Befindlichkeiten", betont Elisabeth Haase Leiterin des Tierheims Uhlenkrog in Kiel. Um einem Negativ-Erlebnis mit einem Haustier vorzubeugen, empfiehlt die Kielerin einen einfachen Selbsttest: "Wenn man keinerlei Erfahrungen mit einem Haustier hat, raten wir unseren Kunden erst einmal zu einem Pflegetier. Es besteht die Möglichkeit, beispielsweise einen Hund für drei Wochen in Pflege zu nehmen, während Herrchen und Frauchen Urlaub machen."

Die meisten Familien haben schon vor dem Kauf ein Lieblingstier, welches sie gern in die eigenen vier Wände einziehen lassen wollen. Hund und Katze stehen auf der Haustier-Wunschliste der Kinder ganz oben. Doch in welchen Fällen passen sie in die Familie? Marius Tünte: "Grundsätzlich gilt: Nur wer viel Zeit hat, sollte sich einen Hund anschaffen. Jeder Hund braucht viel Ansprache, eine gute und konsequente Erziehung und ausgiebige Spaziergänge." Wenn also beide Eltern voll berufstätig sind, komme ein Hund überhaupt nicht infrage, da die Kinder alleine nicht in der Lage seien, die ganze Verantwortung zu tragen, ergänzt Elisabeth Haase. Katzen können schon mal länger alleine zu Hause sein.

Bei Kleintieren wie Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Goldhamster und Wellensittich müsse man als Eltern eine sorgfältige Aufsicht übernehmen. "Insbesondere bei kleineren Kindern ist die Motorik noch nicht so ausgeprägt und fein strukturiert. Das kann für die Tiere schon mal gefährlich werden", warnt Haase. Hinzu komme, dass die Kinder bei allen Kleintieren wissen müssen, dass sie sie nicht ständig rumschleppen können.

Einzige Ausnahme: Ratten. Auch wenn viele Eltern sich überhaupt nicht mit dem Gedanken anfreunden können, eine Ratte als Haustier bei sich aufzunehmen, sei das Nagetier das ideale Einstiegs-Haustier, meint Elisabeth Haase: "Ratten haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sie werden sehr zahm. Es sind zudem sehr intelligente Tiere. Kinder können ihnen Kunststücke beibringen - zum Beispiel Futter aus einem Labyrinth zu holen. Die machen richtig Spaß."


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