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Ausbildungsportrait Servicekauffrau im Luftverkehr : Hoch hinaus und doch am Boden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nora Jürß ist Servicekauffrau im Luftverkehr und sorgt für einen reibungslosen Start in den Urlaub

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Wo andere Mädchen davon träumen, Prinzessin zu werden, stand für Nora Jürß schon früh fest, dass sie einmal auf dem Flughafen arbeiten will. In Rostock geboren und in der Nähe von Laage aufgewachsen, ist sie mit Flugzeugen groß geworden und fasziniert davon. Oft besuchte die 22-Jährige mit ihrer Familie den Flughafen, da ihr die Atmosphäre dort so gut gefiel. Nachdem sie in der elften Klasse ein Praktikum beim Airport Rostock-Laage absolvierte und erste Erfahrungen sammeln konnte, stand der Berufswunsch fest: Servicekauffrau im Luftverkehr.

Mit bestandenem Abitur begann ihre Ausbildung in Laage, die sich äußerst abwechslungsreich darstellte. Die junge Frau lernte alle Facetten des größten Verkehrsflughafens in Mecklenburg-Vorpommern kennen, arbeitete in der Verkehrsstelle, in der Passagierabfertigung, an der Information und im Bodenverkehrsdienst, schnupperte ins Marketing hinein – kaum ein Bereich, den sie nicht durchlaufen hätte. Dank guter Leistungen konnte sie ihre drei Jahre dauernde Ausbildung nach zweieinhalb Jahren abschließen und legte sogar noch eine Extra-Prüfung zum Ramp-Agent ab.

Eine Zusatzausbildung, die sie zur Arbeit „draußen“ befähigt, wie sie es sagt: „Ein Ramp-Agent ist das Bindeglied zwischen der Flugzeugbesatzung und dem Service-Personal auf der Rampe, das sich um die Betankung und die Reinigung des Flugzeugs kümmert“, erläutert Nora Jürß. „Als Ramp-Agent weise ich die Flugzeuge auf deren Parkposition ein und fertige sie ab. Ich bin auch verantwortlich für den Push-Back, also diesen Moment, wenn ein Flieger mit einem Fahrzeug auf die Abrollposition gedrückt wird, da ein Flugzeug nicht rückwärts rollen kann. Ich löse die Stange zwischen Fahrzeug und Maschine, überwache das Anlassen der Triebwerke und stehe währenddessen per Headset in ständigem Kontakt mit dem Kapitän.“

An der Wahl ihrer Ausbildung zweifelte Nora Jürß nicht ein einziges Mal. „Am Flugzeug zu arbeiten, macht sehr viel Spaß. Auch das Verhältnis zu den Kollegen ist super“, sagt sie. Nach ihrer bestandenen Abschlussprüfung Ende Januar übernahm sie eine freie Stelle im Marketing und Vertrieb, aber immer wieder wird sie auch als Ramp-Agent tätig. Dass sie dafür manchmal sehr früh aufstehen muss, stört sie nicht. „Der Schichtbetrieb richtet sich danach, wie die Flugzeuge kommen – und das ist vor allem im Sommer oft im Morgengrauen. Aber das bin ich aus der Ausbildung gewöhnt, ich mag das!“ Für sie ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen, auf den sie aktiv hingearbeitet hat.

Steckbrief „Servicekauffrau im Luftverkehr“

• I.d.R.  dreijährige duale Ausbildung
• Theorieteil wird an einer  Berufsschule unterrichtet
• Berufsbild ist sehr abwechslungsreich
•  Hauptbeschäftigung: Fluggäste aus aller Welt beraten und betreuen

Anforderungen:
mindestens sehr guter Realschulabschluss, oft wird Abitur verlangt,  gute Noten in Deutsch, Mathe und Geografie, Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, Englisch ist ein Muss

Vergütung:
1. Jahr: etwa 800 Euro
2. Jahr: etwa 850 Euro
3. Jahr: etwa 900 Euro

Einstiegsgehalt:
2000 bis 2700 Euro

Perspektiven:
Weiterbildungen:  Tourismusfachwirt, Verkehrsfachwirt oder Betriebswirt für Reiseverkehr

Studium:
Verkehrsmanagement, Airlinemanagement oder aber im Bereich Logistik

 


 

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