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Ratgeber

12. Dezember 2017 | 19:20 Uhr

Sternenhimmel : „Himmels-W“ und Pegasus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonne, Mond und Sterne im Oktober: Der Saturn verschwindet hinter dem Mond / Blick auf unsere riesige Nachbargalaxie

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 17:25 Uhr

Der Herbst macht sich im Oktober auch am Sternenhimmel deutlich bemerkbar. Zwar sieht man noch hoch im Südwesten das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair, wobei Deneb noch recht zenitnah steht. Doch in Südrichtung und am Osthimmel nehmen die Herbststernbilder ihren Platz ein. Im Zenit hält sich die Kassiopeia auf, eine leicht zu erkennende Sternenfigur, die wie ein großes „W“ aussieht – man spricht deshalb auch vom „Himmels-W“. Der Große Wagen steht knapp über dem Nordhorizont und kann leicht durch Häuser, Bäume oder Berge verdeckt werden.

Das Sternenquadrat des Pegasus hat bereits den Meridian, die Mittagslinie, erreicht. Dieses markante Sternenviereck ist leicht zu entdecken. Man nennt es auch Herbstviereck, weil es diese Jahreszeit am Sternenhimmel andeutet. Der Sage nach ist der Pegasus ein geflügeltes Pferd, das dem sterbenden Leib der grauenvollen Medusa entsprungen ist. Den Dichtern verhilft der Pegasus zu ihren Gedankenflügen.

An das Pegasusquadrat schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Bei dunkler Nacht und guter Sicht erkennt man ein schwach leuchtendes Lichtfleckchen im Sternbild der Andromeda. Es handelt sich dabei um unsere Nachbarmilchstraße in knapp drei Millionen Lichtjahren Entfernung. Mit rund 500 Milliarden Sonnen ist die Andromedagalaxie sogar größer als unsere Milchstraße.

Neben der Andromeda nimmt der Perseus seinen Platz ein, während das Sternbild Kepheus zwischen Zenit und Polarstern zu finden ist. Im Südosten ist das ausgedehnte aber lichtschwache Sternbild Walfisch erschienen. Es stellt keinen Wal im zoologischen Sinne dar, sondern das Meeresungeheuer Cetus.

Südlich der Andromeda stößt man auf das kleine Bild des Widders. Zwar setzt es sich nur aus drei hellen Sternen zusammen, ist aber leicht zu entdecken. Tief im Süden blinkt der helle Stern Fomalhaut im Bild Südlicher Fisch. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Maul des Fisches“. Im Osten wiederum ist der Stier mit seinem roten Hauptstern Aldebaran und den beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden aufgegangen.

Die beiden Planeten Mars und Saturn können noch am frühen Abendhimmel tief im Südwesten erspäht werden. Saturn gibt dabei seine Abschiedsvorstellung und wird Ende Oktober unsichtbar. Am 25. kommt es zu einem interessanten Himmelsereignis: Der Mond bedeckt den Ringplaneten. Dies passiert zwar zum elften Mal in diesem Jahr, allerdings erstmals am mitteleuropäischen Nachthimmel.

Der Mond zeigt eine extrem schmale Sichel, Saturn verschwindet an seinem dunklen Rand. Die Eintrittszeiten sind dabei ortsabhängig: In Berlin beginnt das Ereignis um 18.17 Uhr, in Hamburg um 18.12, in Stuttgart um 18.21, in München um 18.25 und in Köln um 18.14 Uhr. Zu dieser Zeit ist es noch hell, da die Sonne erst zehn Minuten vorher untergegangen ist. Der Austritt bleibt unbeobachtbar, da Saturn untergeht bevor er hinter dem Mond wieder hervortritt. Um Saturn zu erkennen, ist ein lichtstarkes Fernglas empfehlenswert.

Mars ist noch am Südwesthimmel in den frühen Morgenstunden sichtbar. Er eilt durch den Schlangenträger und wechselt am 21. in das Sternbild Schütze. Jupiter ist Planet der zweiten Nachthälfte. Zur Monatsmitte überschreitet er die Grenze vom Sternbild Krebs zum Löwen und steuert auf seinen Hauptstern Regulus zu. Der Riesenplanet erreicht Regulus aber erst im nächsten Jahr.

Der sonnenferne Uranus kommt am 7. im Sternbild Fische in Opposition zur Sonne und ist somit die ganze Nacht über am Sternenhimmel vertreten. Um ihn zu sehen ist ein Fernglas oder Teleskop nötig. Unter extrem guten Sichtverhältnissen kann man Uranus auch mit bloßem Auge erkennen.

Im Altertum und Mittelalter wusste man nichts von diesem Planeten. Er wurde erst im März 1781 von Wilhelm Herschel mit einem selbst gefertigten Fernrohr entdeckt. Angeblich haben die Einwohner von Tahiti diesen grünlichen Planeten schon vorher ohne optische Hilfsmittel erkannt. Uranus ist neunzehnmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Um einmal die Sonne zu umrunden, benötigt er ein Menschenleben lang, nämlich 85 Jahre. Der größtmöglichste Abstand der Erde zum Uranus beträgt 2844 Millionen Kilometer. Sein reflektiertes Sonnenlicht ist dann zwei Stunden und 38 Minuten zu uns unterwegs.

Die Sonne läuft den gesamten Oktober durch das Sternbild Jungfrau, wobei sie zur Monatsmitte den Jungfrauhauptstern Spica ein wenig nördlich passiert. Am 31. verlässt sie das Sternbild Jungfrau und wechselt in das Sternbild Waage. Am 23. Oktober tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab, die Tageslänge schrumpft – in Hamburg um zwei Stunden und drei Minuten und in München um eine Stunde und 40 Minuten.

Am Sonntag, 26. Oktober, endet die Sommerzeit. Die Uhren sind um 3 Uhr MESZ um eine Stunde auf 2 Uhr MEZ zurückzustellen. Damit ist es möglich, eine Stunde länger zu schlafen.

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