Streit im Auto : Grüner wird‘s nicht!

Dicke Luft im Auto: Zwischen Fahrer und Beifahrer kann es schnell Streit geben - zum Beispiel um die Frage, wo es langgeht.
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Dicke Luft im Auto: Zwischen Fahrer und Beifahrer kann es schnell Streit geben - zum Beispiel um die Frage, wo es langgeht.

Richtig reagieren auf nervige Beifahrersprüche

svz.de von
12. September 2015, 16:00 Uhr

Der eine quasselt unentwegt. Der andere gibt ständig neunmalkluge Tipps und bremst immer mit. Beifahrer können einem im Auto mächtig auf die Nerven gehen. Hier die lästigsten Sprüche:

Grüner wird‘s nicht

Die Situation: Frau am Steuer, Mann daneben. Der spielt den Besserwisser, als sie an der Ampel nicht schnell genug in die Gänge kommt. Er will damit sagen: Fahr endlich! Und natürlich beweisen, dass er den besseren Überblick hat.

Tipp: Nicht hetzen und verunsichern lassen, rät Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Wenn es dem Partner nicht schnell genug geht, soll er selber fahren. Ansonsten sollte man dem anderen klarmachen: Wenn ich fahre, geht es nach meinem Tempo.

Schönen Gruß vomGetriebe

Die Situation: Sohn am Steuer, Vater daneben. Beim Einlegen vom Rückwärtsgang knirscht es, was der alte Hase auf dem Beifahrersitz natürlich gleich kommentiert. Damit hat früher schon der Fahrlehrer genervt.

Tipp: Solche Sprüche von oben herab wirken natürlich arrogant, sagt Rademacher. Er empfiehlt: Entweder man nimmt sie mit Humor, um die Situation zu entschärfen. Dazu etwa mit einem Spruch wie „Schönen Gruß zurück“ kontern. Oder auch mal einfach sagen: „Danke. Ich hab‘s auch gemerkt.“

Fahr nicht so dicht auf, Schatz

Die Situation: Mann am Steuer, Frau daneben. Die beiden stecken im Stau, wo der Verkehr dicht ist und jeder an der Stoßstange vom Vordermann klebt. Nicht so dicht auffahren? Toller Tipp!

Tipp: Wenn einem solche Ratschläge zu viel werden, darf man das ruhig sagen – etwa so: „Ich hab‘ das im Griff, lass mich mal machen.“

Ich bin ja total schlecht im Kartenlesen

Die Situation: Zwei Freunde im Mietwagen. Sie machen einen Wochenendtrip. Kurz nach der Abfahrt outet sich der Beifahrer als unfähig im Kartenlesen. Wie gut, dass er das nicht vorher gesagt hat! Und ein Navi bedienen – äh, wie geht das?

Tipp: Variante eins: Der Fahrer hält an und programmiert das Navi selbst. Variante zwei: einen Fahrerwechsel ausmachen, rät Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Wenn der andere nicht als Beifahrer die Karte lesen kann, soll er eben fahren.

Hier hätten wir abbiegen müssen

Die Situation: die Abfahrt verpasst. Das kostet noch mal eine halbe Stunde! Der Grund: Der Fahrer dachte, der Beifahrer würde rechtzeitig den Weg ansagen. Der dachte, der Fahrer weiß schon, wo es langgeht.

Tipp: Ein Vier-Augen-Prinzip ist gut, wenn es darum geht, den richtigen Weg zu finden, sagt Hack. Es hilft allerdings wenig, wenn der Beifahrer im letzten Moment ruft „Hier rechts!“. Das erhöht bloß die Unfallgefahr. Am besten regeln beide die Rollenverteilung vorher und klären, wer den Weg vorgibt, erklärt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD). 

Ich hab doch gesagt, dass wir falsch sind

Die Situation: verfahren. Statt am Arc de Triomphe ist man im Pariser Vorort gelandet und kurvt herum. Schnell dreht sich alles nur noch um die Frage: Wer ist schuld? Du natürlich! Nein, du!

Tipp: In dem Fall sitzen alle in einem Boot. Hat man den richtigen Weg verfehlt, hilft nur eins: „Dann zusammen die Lösung B finden“, sagt Rademacher. Es bringt also nichts, auf dem Fauxpas herumzuhacken und zu lamentieren. Rechthaberei bringt keinen weiter.

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