Kolumne : Zwerg-Namen für kleine Rosen

Beate Schöttke-Penkes Gedanken und Erlebnisse rund ums Thema Garten:

von
25. Januar 2016, 16:58 Uhr

Ich gebe zu: Woher der Fernsehname Alberich für die Schauspielerin Christine Urspruch im Münsteraner Tatort mit Kriminalhauptkomissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne kommt – darüber hatte ich mir bisher keine großen Gedanken gemacht. Das Wundern begann jedoch, als ich in meiner liebsten Gartenzeitschrift jüngst lesen konnte, dass eine 1954 gezüchtete, bis in den Oktober hinein überaus reichblühende Zwergrose ebenfalls den Namen „Alberich“ trägt. Dahinter musste mehr stecken!

Und tatsächlich: Der niederländische Rosenzüchter Gerrit de Ruiter entwickelte die sogenannte Compasta Rose, die nur 30 bis 40 Zentimeter hoch wird, und versah die kleinwüchsige Rose – eine geniale Verkaufsidee – auch noch mit einem Zwergennamen. In der germanischen Mythologie ist Alberich nämlich der König des gleichnamigen Elfen- und Zwergengeschlechts. Im Nibelungenlied hütet er den Nibelungenhort. Mittels einer Tarnkappe kann er sich unsichtbar machen. Doch der Held Siegfried kann ihm die Tarnkappe entwenden und gelangt so an den Schatz der Nibelungen.

Die Züchtungsserie der „Sieben Zwerge Rosen“ komplettieren übrigens die Rosen Balduin, Bertram, Burkhard, Degenhard, Eberwein und Giesebrecht, die vollständig im österreichischen Bad Sauerbrunn im dortigen Rosarium angepflanzt ist.

Wenn mich jemand fragt, warum ich dem Thema Garten so verfallen bin, argumentiere ich gern, dass für mich hier das Lernen nie aufhöre. Über die Zwerg-Rosen z.B. weiß ich jetzt Bescheid.

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