Gartenlust Kolumne : Sich den Garten verdienen

svz.de von
29. August 2016, 16:41 Uhr

Wenn sich der Sommer neigt, freuen sich Gärtner. Die kommenden Wochen versprechen, nach Lust und Laune pflanzen und gestalten zu können. Wer was auf sich hält, greift zum Spaten. Schließlich ist fast jedem das Karl-Foerster-Zitat bekannt, wonach derjenige, der mit seinem Garten zufrieden ist, ihn nicht verdient habe. Wer will sich das schon nachsagen lassen? Also denken wir Gärtner über Verbesserungsmöglichkeiten nach. Natürlich fallen uns welche ein. Mein Mann erschreckte mich vor ein paar Tagen mit der Mitteilung, er wolle den Küchengarten umgestalten. Ich sah zunächst rot und stellte mich gegen den Veränderungswillen. Doch der Gärtner kommt mit Argumenten: Bei den geplanten hochgelegten Beeten werden unsere Laufenten trotz ihres langen Halses das Nachsehen haben. Erdbeeren, Salat und andere Köstlichkeiten sind künftig vor ihnen sicherer. Auch die geplante Verkleinerung der Beete scheint logisch. So kann der Küchengärtner sie leichter bepflanzen und beernten. Ich stelle mir vor, wie man künftig nicht nur auf geradem Weg zum Gewächshaus gehen, sondern zwischen den acht geplanten Beeten herumwandern kann und befürworte die steigende Aufenthaltsqualität im Küchengarten. Überzeugt bin ich schließlich, als ich die den Küchengarten begrenzenden Blutbuchenhecken in Form bringen will: Zwischen ihnen und den Beeten wird es künftig genügend Platz für die Heckenscheren schwingende Gärtnerin geben. Also wechsle ich in den Grün-Modus, befürworte die Veränderung und denke über eine eigene Baustelle nach. Schließlich will auch ich mir meinen Garten verdienen!

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