Perfektion im Morgengrauen

Bernd Weissert fährt die Mülleimer an, sammelt Abfallsäcke und Unrat - rund eine halbe Tonne Buga-Müll kommt täglich zusammen.
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Bernd Weissert fährt die Mülleimer an, sammelt Abfallsäcke und Unrat - rund eine halbe Tonne Buga-Müll kommt täglich zusammen.

Nach der Buga ist vor der Buga - und das jeden Tag. Wenn um 9 Uhr die Tore öffnen, soll es auf dem Gelände aussehen wie frisch gepflanzt und gerade geharkt - ohne Unrat, Unkraut und welke Blätter. Dafür sorgt ein Heer von morgendlichen Arbeitern. SVZ besuchte sie - noch vor dem Frühstück.

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06. August 2009, 11:58 Uhr

Schwerin | "Mittlerweile ist es schon stockdunkel, wenn wir morgens auf die Buga gehen", sagt Torsten Wulff. Dass die Tage wieder kürzer werden, bemerken die Buga-Besucher nicht so sehr wie er. Sie sehen auch nicht, dass am Vortrag mehr als 10 000 Gäste über das Gelände gestreift sind, dabei jede Menge Staub aufgewirbelt und jede Menge Müll produziert haben. Denn vor der Dämmerung kommen die Buga-Heinzelmännchen: Aufräum-Kräfte der SAS und Gartenexperten aus den einzelnen Betrieben. Sie sollen die Bundesgartenschau jeden Morgen um 9 Uhr aussehen lassen, als sei sie gerade erst eröffnet worden.

Bernd Weissert ist wohl der erste, der zum Buga-Dienst antritt. Er ist mit dem orangefarbenen Multicar der SAS unterwegs und sammelt zuerst den Müll rund um den Anleger an der Weißen Flotte ein, dann leert er 60 so genannte stationäre Abfall-Eimer und nimmt noch einmal die gleiche Menge Plastiksäcke aus den Körben mit. Eispapier, Würstchenschalen, Taschentücher, Plastikflaschen, Obstreste - gut eine halbe Tonne Wohlfühl-Abfall schafft Bernd Weissert jeden Tag von der Buga auf die Deponie.

Während er im Auto von Mülleimer zu Mülleimer saust, sind seine Kollegen zu Fuß unterwegs: Sie harken die Wege und Spielplätze, sammeln unzählige Kippen auf, säubern den Schwimmsteg inklusive Geländer, befreien Wege vom ersten Laub und Rasenflächen von Kieselsteinen oder stumpfen Scherben. Nebenbei verjagen sie die zahlreichen Krähen aus den Abfalleimern - oder versuchen es zumindest. Während die Männer noch feine Striche in die Schotterwege ziehen, sausen schon die Radfahrer durch den Schlossgarten und hinterlassen die allerersten Besucher-Spuren im neuen Buga-Tag.

An den Beeten herrscht um diese frühe Uhrzeit ebenfalls Hochbetrieb. Wolfgang Cossel hält die feine Pflanzenbrause über Margeriten und spült damit gleich den Staub von den Blättern. "Dafür verwenden wir Wasser aus den Hydranten", erklärt sein Kollege Eckhard Boldt von der Firma Breuer. "Das Seewasser wäre nicht fein genug für die Brause und die brauchen wir, um die Pflanzen nicht zu schädigen." Wässern sei eine der wichtigsten Aufgaben der Gärtner am frühen Morgen. "Schneiden und Unkraut entfernen wir dann nach 9 Uhr - damit die Besucher den Profis bei der Arbeit zuschauen und uns auch fragen können." Oft entstünden dabei interessante Experten-Gespräche. "Die Besucher fragen manchmal, ob sie sich Pflanzensamen als Erinnerung mitnehmen dürfen", sagt Boldt. Da das meist weder den Pflanzen noch dem Anblick schadet, lässt er sie gewähren.

Gärtnerische Probleme habe es im Ufergarten, für den er zuständig ist, noch nicht gegeben. Lästig sei der starke Wind aus unterschiedlichen Richtungen für die hoch gewachsenen Stauden. "Und vergangene Woche gab es hier eine Menge Wespen. Die haben uns bei der Arbeit ordentlich gestochen."

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