garten : Mächtig oder lieber zart und klein

Zedern sind vielseitig und anspruchslos.

Die Zeder ist für den Hobbygärtner das Richtige, wenn er ein markantes Nadelgehölz sucht. Sie ist sehr dekorativ. „Die Blaue Atlas-Zeder (Cedrus altlantica ,Glauca’) war lange Zeit ein Modebaum“, sagt Michael Dreisvogt, Technischer Leiter der Stiftung Arboretum Park Härle in Bonn. Doch wie es sich mit Moden verhält, ist sie viel gepflanzt worden, man hat aber nicht bedacht, dass der Baum sehr groß wird. Und erst heute weiß man, dass gerade diese Art im Alter einige Probleme macht. Schaut man sich aber im Sortiment um, dann entdeckt man unter den drei Arten einige attraktive Sorten, die sich auch in kleinere Räume gut einfügen.

„Bei den Zedern handelt es sich um anspruchslose Gehölze“, sagt der Baumschuler Peter Heydorn aus Bevern. „Diese Nadelgehölze gedeihen gut im mitteleuropäischen Klima und kommen mit nährstoffarmen Böden zurecht.“ Hobbygärtner müssen beachten, dass Zedern zu den Lichtbaumarten zählen. Laut Dreisvogt benötigen sie viel Licht und möglichst wenig Konkurrenz durch andere Gehölze. Zedern lieben auch Wärme. Ein Problem für sie ist Staunässe. „Wichtig ist ein durchlässiger, eher trockener Boden“, so Dreisvogt.

An sich hat der Gartenbesitzer kaum Aufwand mit den Bäumen. „Gegebenenfalls kann man die Triebe auch etwas leiten und lenken“, erklärt der Pflanzenexperte. Wildtriebe werden einfach herausgeschnitten. Eine spezielle Düngung ist nicht notwendig, lediglich sparsame Kalkgaben sind ratsam für ein gesundes Wachstum.

Die drei bekannten Arten sind in unterschiedlichen Regionen zu Hause. „Die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) stammt aus dem Atlasgebirge in Nordafrika, wo sie Höhen von bis zu 40 Metern erreicht“, erläutert Heydorn. „In der Jugend wächst sie zunächst schmal, aber nach knapp zehn Jahren setzt ein starkes Wachstum ein“, ergänzt Dreisvogt. Dann wachsen die Bäume immer stärker in die Breite.

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) war entlang der Mittelmeerküste weit verbreitet. Im Altertum war das wertvolle Holz begehrt und wurde zum Bau von Tempelanlagen, Schiffen und Möbeln verwendet. Der enorme Raubbau verkleinerte die natürlichen Vorkommen. Die Bäume dieser Art werden bis zu 50 Meter hoch und durchaus 800 bis 1000 Jahre alt.

Die dritte Art ist die Himalaya-Zeder (Cedrus deodara). „Man erkennt sie an den längeren Nadeln und den überhängenden Spitzen“, erklärt Dreisvogt. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nepal über Kaschmir bis nach Afghanistan. Diese Art reagiere am empfindlichsten auf Spätfröste, was sich aus dem Ursprung in den milderen Klimaregionen des Himalayas ableiten lässt. Diese Wildart erreicht Baumhöhen von bis zu 25 Metern.

Alle drei Arten werden klassisch als markante Solitärgehölze auf große, parkähnliche Grundstücke gepflanzt. Einen etwas zweifelhaften Ruf hat dieses malerische Gehölz vor allem dadurch bekommen, dass die Äste der Blauen Atlas-Zeder (Cedrus atlantica ,Glauca’) im Alter sehr schnell unter der Last von Schnee und Wind zusammenbrechen. „Es handelt sich tatsächlich um eine genetische Veranlagung genau dieses Typs“, erläutert Dreisvogt. „Dadurch hat sie einen zweifelhaften Ruf bekommen“. Die Naturformen und andere Sorten seien aber in dieser Hinsicht robust.

Sucht man für immergrüne Mischpflanzungen, Steingärten und  Gräber hübsche, pflegeleichte Gewächse der Ordnung Koniferen, so bietet sich laut Dreisvogt etwa die Himalaya-Zeder ,Karl Fuchs’ an. Sie verträgt Frost von bis zu minus 25 Grad. Die Sorte hat auffällig blaue Nadeln und einen eleganten Wuchs, der im Alter bis zu 15 Meter erreicht.

Viel kleiner bleibt die Sorte ,Feelin Blue’. „Die Pflanze erreicht eine Größe von einem Meter Höhe und einem Meter Breite“, so Heydorn. Sie wächst zu einem flachen Gehölz mit elegant überhängenden Spitzen und blauen Nadeln heran.

Unter dem Sortennamen ,Golden Horizon’ ist eine gelbnadelige Form im Handel. Auch sie bleibt klein und wächst strauchig. „Man sollte wissen, dass diese Sorte ab und an in die grüne Normalform zurückschlägt“, sagt Dreisvogt.

Auch von der Atlaszeder gibt es einige kleinbleibende Sorten. ,Saphire Nymph’ erreicht nach zehn Jahren gerade mal einen knappen Meter Höhe und wächst nur wenig in die Breite. Dieses Zwerggehölz lässt sich wunderbar zur Gestaltung von Vorgärten, kleinen Gärten und sogar Gräbern verwenden.

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