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Garten und Blumen

24. November 2017 | 12:30 Uhr

Gärtnern : Leckeres Grünzeug aus der Kälte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Wintersalaten, die dann noch gedeihen, wenn es anderen Gemüsepflanzen zu kalt ist, können sich Hobbygärtner selbst versorgen

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:57 Uhr

Auch wenn die Temperaturen sinken, die Witterung schlechter wird: Es wächst noch etwas im Gemüsebeet. Zichoriensalate wie Zuckerhut und Radicchio, Feldsalat, Endivien sowie Frisée sorgen im Herbst und Winter für den Frischekick im Salat. Der Hobbygärtner sollte sie anhand ihrer Frosthärte auswählen.

„Die Heimat der Endivie ist das Mittelmeergebiet“, sagt Claudia Heger vom Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde. Schon die Griechen und Römer bauten die Pflanze als Gemüse an. „Mittlerweile werden Endivien weit über dieses Gebiet hinaus als Salatpflanzen kultiviert.“ Endivien sind Pflanzen, die bei dem sogenannten Langtag blühen, also wenn die Tage mehr als acht Stunden Licht haben. Ein Salatkopf wächst dann nicht mehr wie eine kompakte Rosette, sondern bildet einen in die Höhe wachsenden Stiel. Im Winter geschieht dies nicht – und man kann die nicht frostempfindlichen Köpfe lange ernten.

Es gibt zwei Gruppen von Endivien: Während die eigentlichen Endivien breite, ganzrandige Blätter besitzen, sind sie bei den vor allem in Frankreich beliebten Frisées fein geschlitzt, beschreibt die Fachjournalistin Dagmar Wolff aus Hamburg. Bewährte Friséesorten seien Eminence, Jolie, Große grüne Krause und Wallonne.

Endivien enthalten Bitterstoffe, die sehr gesund sind, aber vielen nicht schmecken. Milder seien selbstbleichende Sorten wie Diva oder Golda. Sie wölben Blätter nach oben und entziehen sich dadurch selbst Licht, erklärt Wolff. Der Boden sollte humusreich und wasserhaltend sein. Der Samen keimt am besten bei 18 bis 20 Grad. Die Pflanzen wachsen gerne im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern.

Im Handel wird Feldsalat ganzjährig angeboten. Aber: „Feldsalat ist ein uralter frostharter Wintersalat“, sagt Wolff. Er schmecke angenehm nussig und habe einen hohen Gehalt an Vitamin C. Zum Gedeihen braucht er einen sonnigen, hellen Standort. Die Samen werden im Abstand von 15 Zentimetern gesät. Während die alten Sorten häufig anfällig für Mehltau sind, erweisen sich neuere Züchtungen wie Elan, Vit, Gala und Jade sowie Favor als resistent.

Bei der Ernte zupft der Hobbygärtner die kleinen grünen Rosetten aus dem Boden, schneidet die Wurzel ab und wäscht den Salat gründlich. Wie bei allen Wintersalaten ist es wichtig, dass man sie nicht am Morgen, sondern erst ab Mittag erntet, damit der Stoffwechsel in Gang gekommen ist und der Nitratgehalt im Laufe des Tages abnehmen kann.

Farblich fällt bei den Herbst- und Wintersalaten vor allem der Radicchio auf. „Er ist wie Endiviensalat mit der Wegwarte verwandt“, erläutert Heger. Die Wurzeln dieser Zichoriengewächse wurden früher geröstet und als Kaffee-Ersatz verwendet. „Beliebt ist Radicchio als farbiger Bestandteil von Mischsalaten, wegen seines intensiven Geschmacks besonders für den herbstlichen Salatteller“, sagt Wolff. Sie rät, die Blätter eine halbe Stunde vor dem Verzehr in lauwarmes Wasser zu legen, um den bitteren Geschmack etwas zu mildern.

Der Radicchio hat ähnliche Ansprüche wie Endivien, allerdings kann man die Pflanzabstände auf 20 Zentimeter verringern. Der Standort sollte sonnig sein, und laut der Expertin Wolff ist ein altgedüngter, humoser Boden ideal.

Heger empfiehlt die Sorten Indigo und Palla Rossa 2. „Seit Neuestem gibt es auch eine Varietät mit hellgelben, rot gefleckten Blättern, die den Namen Variegato di Castelfranco trägt“, sagt die Fachberaterin. „Radicchio bildet sehr große grüne Köpfe aus. Verwendet werden die rot gefärbten Herzen des Salats, denn die äußeren Blätter sind zu hart zum Essen.“

Wie die Endivie ist der Radicchio frosthart bis minus fünf Grad. „Beide Arten können auch den Winter über an frostfreien Tagen geerntet werden.“ Als Schutz vor tieferen Temperaturen empfiehlt Heger eine Abdeckung mit Laub oder Wintervlies.

Bis zum Spätherbst wird Winterportulak ausgesät. „Diese auch als Kubaspinat bekannte Art überdauert im Freien, Frühbeet oder Gewächshaus die kalte Jahreszeit“, sagt Wolff. Das wüchsige Kraut hat einen milden Geschmack und ähnelt Spinat. Der ideale Reihenabstand für die Aussaat beträgt 15 bis 20 Zentimeter.

Ein weiteres Beispiel ist der Chinakohl. „Das Kohlgewächs wird meist als haltbarer und mild schmeckender Salat verzehrt, obwohl man ihn auch dünsten und kochen kann“, erklärt Wolff. Als Standort empfiehlt sie humosen, möglichst kalkhaltigen Boden in der Sonne. Der Chinakohl muss mit einem Netz vor Schädlingen geschützt werden. Und um die Krankheit Kohlhernie zu umgehen, sollten Hobbygärtner auf resistente Sorten wie Chorus zurückgreifen.

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