Kolumne Haus & garten : Herbstliches Blätterleuchten

von
17. November 2015, 05:37 Uhr

Eigentlich wollte ich Ihnen heute etwas über das Farbenspiel der Blätter an den Bäumen schreiben. Darüber, dass man die Blätterflut nicht nur als Fluch der vielen Arbeit, sondern als letzten, goldigen Akt im Gartenjahr begreifen kann. Dass das Fegen der Blätterberge Spaß machen kann, wenn man die Arbeit als meditativ, mit Zeit für Gedanken versteht. Auf der Suche nach einem geeigneten Anfang blätterte ich mich durch mein kleines ledernes Büchlein der schlauen Worte, über das ich Ihnen an anderer Stelle schon mal berichtet habe. Was fällt mir in die Augen? Ein Gedicht von Heinrich Seidel, dem im mecklenburgischen Perlin geborenen Dichter. Weil ich das Empfundene wirklich nicht besser sagen könnte und mich das Gelesene erheiterte, sei es hiermit (zumindest auszugsweise) zitiert: Solchen Monat muss man loben / Keiner kann wie dieser toben, / Keiner so verdrießlich sein / Und so ohne Sonnenschein! / Keiner so in Wolken maulen, / Keiner so mit Sturmwind graulen / Und wie nass er alles macht! / Ja, es ist `ne wahre Pracht. // Seht das schöne Schlackerwetter! / Und die armen welken Blätter, / Wie sie tanzen in dem Wind / Und so ganz verloren sind! / Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt / Und sie durcheinanderwirbelt / Und sie hetzt ohn‘ Unterlass: Ja, das ist Novemberspaß!

Autorin: Beate Schöttke-Penke

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