Kolumne : Getrockneter Sommer

Beate Schöttke-Penke und das wechselhafte Wetter

svz.de von
23. August 2016, 23:45 Uhr

Das wechselhafte Wetter der letzten Wochen zeigt Wirkung: Alle Welt spricht schon vom Herbst. Dabei haben wir nach dem phänologischen Kalender Spätsommer. Der ist gekennzeichnet durch die ersten reifen Äpfel und dauert noch bis Ende August, wenn die Herbstzeitlosen blühen. Bis dahin aber ist noch etwas Zeit. Im Küchengarten zeigt sich der Sommer in seiner Fülle: Tomaten und Gurken gibt es jetzt zuhauf, dazu Kartoffeln, Bohnen, Zucchini, Salate. Die Ernte übersteigt den eigenen Verbrauch. Jetzt kann für das tägliche Kochen aus dem Vollen geschöpft werden. Und das tun wir. Ein paar frische Kartoffeln, Gemüse dazu – fertig ist ein leckeres Abendessen. Auch die Blumenbeete werden beerntet. Dutzende Mohnkapseln sind inzwischen abgeschnitten und in einem dicken Steintopf versammelt. Wiesenknöpfe, die mein großes Phloxbeet zu unruhig gemacht haben, ergeben in der großen weißen Vase einen dicken Trockenstrauß – wunderbar vor der Wand aus Eichenholz. Im Wohnzimmerfenster ersetze ich den Trockenstrauß aus Mannstreu und den Schneeballblüten der Hortensie ‘Annabell’ vom letzten Jahr. Die Samenstände von Jungfer im Grünen finde ich auch in diesem Jahr zauberhaft, sie kommen als Strauß gebündelt kopfüber unter das Dach an der Scheune. Weitere Sträuße werde ich mir in den nächsten Wochen von Rutenhirse, Pfeifen- und Lampenputzergräsern schneiden. Lass die Leute vom Herbst reden, denke ich bei mir: Ich trockne mir den Sommer!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen