Kräuter : Gesunde Würze aus dem Garten

Frisch aus dem Kräutergarten in Topf und Pfanne: Köchin Gabriela Dames peppt ihre Gerichte mit Schnittlauch, Thymian  und Co. auf.susanne lang
Frisch aus dem Kräutergarten in Topf und Pfanne: Köchin Gabriela Dames peppt ihre Gerichte mit Schnittlauch, Thymian und Co. auf.susanne lang

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15. Juni 2010, 09:29 Uhr

schwerin | Jeden Morgen das gleiche Ritual: Mit einem Messer in der Hand macht sich Gabriela Dames auf in den Kräutergarten. Die Köchin des Gutshofs Bastorf schwört auf frische Kräuter. "Als Geschmacksträger peppen sie jedes Gericht auf", sagt sie, zerreibt ein Salbeiblatt zwischen Daumen und Zeigefinger und schnuppert daran. Majoran, Thymian, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Oregano, Dill und Salbei empfiehlt Gabriela Dames für den heimischen Kräutergarten. Die meisten der wohlschmeckenden Pflanzen sind winterhart und wachsen im nächsten Jahr wieder, "der Aufwand hält sich also in Grenzen", sagt die Küchenmeisterin. Je nach Vorliebe ihrer Gäste verleiht die Gutshof-Köchin ihren Gerichten den passenden Pfiff - "eine Kräuterkruste veredelt Schweinesteak, Putenschnitzel oder Fischfilet."

Man nehme: Je ein Bund Kräuter nach Geschmack - beispielsweise Thymian, Oregano, Dill, Basilikum, Schnittlauch und Majoran und hacke diese klein. Mit zwei Esslöffeln Paniermehl vermengen. Ein Eigelb, 100 Milliliter Sahne, einen Teelöffel Senf verrühren. Das gewürzte Fleisch oder den Fisch durch die Eimasse ziehen, anschließend in der Kräuterpanade wenden und ab damit in die Pfanne. "Das Fleisch oder den Fisch unbedingt leise, das heißt auf kleiner Flamme braten", mahnt die Köchin. "Sonst verbrennen die Kräuter."

Bestandteil gesunder Ernährung: pflanzliche Bitterstoffe

Mit Blüten von Löwenzahn oder Schnittlauch setzt sie farbige Akzente auf den Speisetellern: "Das sieht hübsch aus und schmeckt gut." Auch Brunnen- oder Kapuzinerkresse setzen optische Highlights, die zudem noch gesund sind. Gabriela Dames zupft ein paar Minzblätter und lässt sie in die Schürzentasche wandern. Aufkochen, abkühlen, nach Bedarf Zitrone rein - fertig ist ein erfrischender Eistee. Der Sud aufgekochter Thymianblätter lindert Erkältungsbeschwerden, bei "Magengeschichten" helfe Tee aus Majoran, Kümmel oder Fenchel. Dafür die Kräuter samt Stängeln einfach waschen, aufkochen und zehn Minuten ziehen lassen.

Regelmäßig ist Rosita Sell im Kräutergarten des Gutshofes zu Gast. "Wer von klein auf frische Kräuter zu sich nimmt, stärkt Immunsystem und Verdauung", sagt die Kräuterfachfrau. Die Bitterstoffe in den Würz- und Heilpflanzen seien wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. "Die Bitterstoffe regen den Speichelfluss und die Sekretion von Magensäften an. Genug Speichel ist wichtig, um die Nahrung im Mund auf die weiteren Verdauungsprozesse vorzubereiten", weiß Rosita Sell. Vor allem unterstützen sie bei Blähungen, Verstopfung, Entgiftung, Entsäuerung, Entschlackung, Darmparasiten und Darmpilzen und bekämpfen das Völlegefühl nach üppigen Mahlzeiten.

Kräutervorrat für den Winter anlegen

Wer sich einen Kräutervorrat für den Winter anlegen möchte, kann das frische Grün ganz einfach haltbar machen, erklärt die Expertin. Langhalmige Pflanzen wie Schnittlauch oder Petersilie bündeln und dann zum Trocknen aufhängen, mit der Pflanzenspitze nach unten. "Blätter oder Blüten lassen sich am besten auf Tüchern trocknen, in luftigen, warmen Räumen", so Rosita Sell.

Bei Tillmann Hahn, Chefkoch der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde, nehmen Wildkräuter einen festen Platz auf der Speisekarte ein. "Mein Garten zu Hause ist ziemlich verwildert, Löwenzahn, Sauerampfer, Giersch und Rucola wachsen da ganz von alleine", erzählt er. Das Wichtigste sei, auf Chemie zu verzichten. "Naturnahes Gärtnern" lautet Hahns Credo. Mit Tomaten habe er schon öfter sein Glück versucht, mit dem Ergebnis sei er aber nie richtig zufrieden gewesen. Er setzt jetzt auf Gemüse, das sich leicht kultivieren lässt: Vor allem Gurken und Zucchini, verrät er. Sein Geheimtipp: "Die kleinen Früchte sind die besten." Der Sternekoch empfiehlt daher, ruhig etwas früher zu ernten. "Die Früchte sind besonders knackig und wohlschmeckend, wenn sie einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern haben", verrät Hahn. Der Koch mit Vorliebe für pflegeleichte Pflanzen schwört auf den guten alten Apfelbaum: "Der wächst wie von selbst und bringt riesige Erträge."

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