Garten : Exoten zum Niederknien

Kennen Sie das? Sie pflanzen etwas in ihren Garten, erfreuen sich am Blühen und vergessen das Erworbene für ein Jahr.

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07. März 2016, 15:39 Uhr

Kennen Sie das? Sie pflanzen etwas in ihren Garten, erfreuen sich am Blühen und vergessen das Erworbene für ein Jahr. Dann kommt das neue Gartenjahr und es trifft sie wie ein Schlag: Unverhofft steht die Kostbarkeit vom letzten Jahr in vollster Blüte und sie können vor seiner Schönheit eigentlich nur eines – niederknien. So erging es mir in diesen Tagen. Gewöhnt an gelbe Winterlinge und weiße Schneeglöckchen will ich mich an erste Aufräumarbeiten im Garten machen. Da trifft mein Blick auf die schönsten Zwerg-Iris. Zu Dutzenden hatte ich im letzten Jahr die wasserblaue Sorte ‚Sheila Ann Germany‘ und die zart blaugrüne ‚Katharine Hodgkin‘, beide mit gelben Flecken am Schlund, in die Gartenerde getan. Nun stehen sie erneut mit großen Blüten auf nur zentimeterlangen Stielen, trotzen jedem Vorfrühlingswetter und wirken sehr exotisch im noch schlafenden Garten. Besondere Pflege haben die Erstfrühlingsblüher von mir nicht erfahren. Weil sie aus gebirgigen Gegenden des östlichen Mittelmeerraumes stammen, ist für gutes Gedeihen eigentlich nur ein gut dränierter, nicht allzu nährstoffreicher Boden in voller Sonne wichtig. Die mit den Blüten sprießenden Blätter werden an Höhe gewinnen, dürfen aber nicht abgeschnitten werden, weil sie Speicherorgane für das nächste Gartenjahr sind. Die schillernden Exoten, so habe ich mir angelesen, werden auch Orchideen des Nordens genannt. Das beschreibt ihre raffinierte Schönheit einfach und doch prägnant.

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