Kolumne : Einen Tag lang trödeln

Beate Schöttke-Penkes Gedanken und Erlebnisse rund ums Thema Garten

von
12. April 2015, 22:39 Uhr

Am Osterwochenende gönnte ich mir etwas Besonderes. Da es keinerlei Verpflichtungen gab und die Sonne schien, nahm ich mir vor, im Garten einen Tag lang mal nichts zu tun. Wobei es das nicht trifft. Denn ausgerüstet mit Gartenzeitschriften, einem guten Buch, meinem Strickzeug und einem Sitzkissen beschloss ich, in Zwiesprache mit der Sonne mir immer den schönsten Platz zu suchen. So las ich dann, strickte, hielt mein Nase in die Sonne, traf mich mit meinem Mann auf einen Michkaffee und schlenderte mal in die eine oder andere Ecke meines Gartens, um dieses oder jenes genau unter die Lupe zu nehmen. Am Ende des Tages war ich angefüllt von Eindrücken, fühlte mich erholt und freute mich auf das Tun am nächsten Tag. In der Zeitung las ich nun, warum mir diese Stunden so gut getan haben. Wer trödelt, so meinte da ein Zeitforscher, dem wird die Zeit, die man sonst nicht so bemerkt, bewusst. Man schmecke quasi die Zeit. Wenn ich mir etwas Gutes tun will, so weiß ich nun, werde ich einfach mal wieder nichts tun.

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