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Garten und Blumen

20. Oktober 2017 | 23:51 Uhr

Gartentour : Ein Park für 3500 Schönheiten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Edda Schütte gärtnert rund um das Gutshaus in Groß Siemen.

Edda Schütte ist eine Kämpfernatur. Jahrelang rang sie mit Behörden, um einen Traum verwirklichen zu dürfen. Neben dem denkmalgerecht sanierten Gutshaus in Groß Siemen wollte sie eine Orangerie erbauen, den ersten Orangerie-Neubau in Mecklenburg seit 100 Jahren. Das Werk ist geglückt. Seit ein paar Jahren nun sind Gäste in das aus alten Baumaterialien entstandene Gebäude eingeladen. Die einen feiern im lichtdurchfluteten Raum mit bodentiefen Fenstern ihre Hochzeit. Andere kommen, um im Sonntagscafé von der köstlichen Rosentorte zu kosten.

Rosen gibt es in Groß Siemen zuhauf. Edda Schütte hat nämlich rund um das klassizistische Gutshaus einen Rosenpark angelegt. Obwohl der Park bei der Übernahme in zahlreiche Stückchen gesplittert war, machte sich die gartenbegeisterte Hamburgerin ans Werk. „Ich beziehe Energien aus dem Draußensein, aus der Gartenarbeit. Pflanzen und Gestalten macht mir Spaß“, erzählt die Parkinhaberin, die wie ihr Mann Jura studiert hat. Anfangs wurde das verwilderte Ansehen schrittweise „zurückgebaut“, anschließend Blickbeziehungen zu den im Park vorhandenen und zum Teil bis zu 200 Jahre alten Solitärgehölzen wieder herausgearbeitet. Geschwungene Wege und Brücken erschließen den inneren Parkbereich, der von einem unberührten knapp 30 Hektar großen Landschaftspark umschlossen ist. Traumhafte Ausblicke rahmen die Sammlung von inzwischen 3500 Historischen und Englischen Rosen und ihren Begleitstauden in weiß bis dunkelviolett. In terrassierten Beeten, schattigen Rosengängen oder an selbst entworfenen Rankgittern hat Edda Schütte ihre Pflanzenlieblinge angeordnet. Die Vielfalt ist inzwischen zu einem üppigen Rosengarten verschmolzen. Und wer sich wundern will, warum es hier, in der Nähe der Ostseeküste so viele Rosen gibt, den klärt Edda Schütte gerne auf: Rosen habe es hier schon vor langer Zeit gegeben. Rosensträucher in langen Reihen erleichterten einst die Honiggewinnung und dienten als Vasenschmuck im Haus. Vor dem Gutshaus waren sie im Halbkreis gepflanzt und zierten sogar das Wappen der letzten Gutsbesitzerfamilie.

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