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Haus & Garten : Die Krönung für den Heiligabend

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk: Der Weihnachtsbaum aus dem eigenen Garten ist der ganze Stolz des Hobbygärtners

Dieses besondere Weihnachtsgeschenk, ob für sich selbst oder für andere, muss man lange im Voraus planen: Der Weihnachtsbaum lässt sich im eigenen Garten heranziehen. Aber man braucht mindestens fünf bis sechs Jahre Geduld, bis der Baum die richtige Größe erreicht hat, betont Angela Römer-Zeibig vom Bund deutscher Baumschulen. Andere Gärtner rechnen sogar mit sechs bis zehn Jahren je nach Gattung und Art. Aber bis dahin ziert der Weihnachtsbaum eben wie jedes andere Gehölz den Garten.

Eine Möglichkeit ist die Nordmanntanne. Sie ist mit einem Marktanteil von 75 bis 80 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum fürs Fest, erklärt Thomas Emslander, Vorsitzender der Bayerischen Christbaumanbauer. Auch Rot- oder Blaufichten wachsen gut im eigenen Garten. Wer es etwas exotischer mag, setzt sich eine Balsam-, eine Koreatanne oder auch die Coloradotanne.

Junge, maximal 20 bis 25 Zentimeter große Pflanzen wachsen am besten an. „Bei größeren Pflanzen, die aus der Erde kommen, müssen die Herzwurzeln gekappt und die Pflanzen verletzt werden“, erklärt Emslander. Der Herbst sowie Winter ohne frostige Tage ist eine gute Pflanzzeit, erläutert Nele Pein, ebenfalls Mitglied im Bund deutscher Baumschulen. Römer-Zeibig empfiehlt aber das Frühjahr, wenn es keinen Frost mehr gibt. Sonst brauchen die Bäume einen Winterschutz, zum Beispiel ein Vlies.

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen.

Fichten und Tannen bevorzugen einen nicht zu feuchten und nicht zu steinigen Boden. Er sollte auch nicht zu sauer sein, sondern pH-neutral, erklärt Martin Rometsch vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnitt-grünerzeuger in Deutschland. Die jungen Pflanzen brauchen kaum Nährstoffe. Einmal im Jahr reicht etwas Kompost oder stickstoffstabilisierter Dünger. Weihnachtsbäume mögen Licht von allen Seiten, sagt Römer-Zeibig. Aber auch im Halbschatten gedeihen die Bäume noch. Wichtig ist, dass ihnen keine Konkurrenten in ihrer Umgebung Nährstoffe und Wasser im Boden rauben. Daher sollte auch der Bereich über den Wurzeln immer frei von Gräsern sein. Außerdem braucht das Gehölz Platz, um gleichmäßig und gerade wachsen zu können. Denn wenn ein Baum mit anderen Bäumen zusammenstößt, wächst er an dieser Stelle nicht weiter und wird unregelmäßig, erklärt Emslander. Die drei Experten raten, dem Gehölz zwischen rund 1,30 bis 1,50 Quadratmeter Platz einzuräumen. Das mag etwas wenig erscheinen, hat aber laut Emslander auch einen guten Grund: Die meisten möchten einen schlanken Weihnachtsbaum, und wenn ein Baum sehr viel Platz zum Wachsen hat, dann wird er auch breit und passt dann schlechter ins Wohnzimmer.

Ein Weihnachtsbaum im Garten ist pflegeleicht. In der Regel versorgt er sich selbst. Ist der Sommer sehr heiß und trocken, braucht der Baum wie alle Gewächse im Garten hin und wieder etwas Wasser.

Allerdings mögen Bäume Staunässe gar nicht, darauf sollte man achten, wenn man gießt, erklärt Baumschulerin Nele Pein.

Anfangs wachsen Tannen und Fichten langsam. Wenn der Baum etwa 80 bis 100 Zentimeter hoch ist, nimmt man an den unteren 20 Zentimetern die Äste weg. So bekommt der untere Teil des Stammes mehr Sonne ab und trocknet hier besser ab, was das Wachstum von Moos und Flechten verhindert, erklärt Emslander. Außerdem wächst der Leittrieb dadurch langsamer, und der Baum wird dichter. Und genau das wollen ja alle stolzen Weihnachtsbaum-Besitzer.

Autorin: Antje K. Müller

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