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Garten und Blumen

19. November 2017 | 17:13 Uhr

Gartentour : Botanisches Füllhorn am Haff

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Walter Kapron und Manfred Genseburg sind für ihren Garten Christiansberg ständig auf der Suche nach besonderen Pflanzenarten.

Zur deutsch-polnischen Grenze sind es nur wenige Kilometer, zum Stettiner Haff – einem inneren Küstengewässer im Mündungsbereich von Oder und Peene – ebenso. Gästen macht die Gegend nahe Eggesin ein unerwartetes Angebot: Sie können den Botanischen Garten Christiansberg besuchen, einen drei Hektar großen Schaugarten in privater Hand. Jeden Tag im Jahr ist dieser geöffnet und inzwischen durch zahlreiche Zeitungs- und Fernsehberichte über die Region hinaus bekannt.

Seine Anfänge reichen noch in die DDR-Zeit, als Walter Kapron und Manfred Genseburg 1982 im 14-Häuser-Ort Christiansberg einen kleinen Bauernhof erwarben. Einen Plan für ihren zukünftigen Garten haben sie nicht; so roden, graben und pflügen sie sich Stück für Stück voran. Die Jagd nach Raritäten treibt die Männer vor allem um. Alle Baumschulen in Ostdeutschland klappern sie ab, fahren die Nächte durch, um sich morgens früh in Warteschlangen einreihen und Stunden später ein paar seltene Pflanzen in ihr Fahrzeug packen zu können. Kein Weg ist ihnen in dieser Zeit zu weit, keine Pflanze zu teuer, kein Aufwand zu groß. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnet die politische Wende in Deutschland. Vom Begrüßungsgeld kaufen die gärtnernden Männer eine Atlaszeder. Die ist ein Vorgeschmack auf all die Pflanzenkäufe, die nun möglich sind. 2001 meldet das Männerpaar den Botanischen Garten als Gewerbe an und öffnet fortan die Gartenpforte jeden Tag im Jahr. Das Hobby ist zum Beruf geworden. Ja, zur Berufung. Endlos ist die Begeisterung für besondere Pflanzen; augenfällig die Liebe zu besonderen Arten.

Im Schattengarten ist eine 350 Sorten zählende Hostasammlung untergebracht, dazu diverse Farne, Waldlilien und Primeln. Die meisten der 300 Rhododendren gruppieren sich um den Gartenteich. Die Pfingstrosensammlung umfasst inzwischen 500 Sorten; etwa 100 Tagliliensorten gibt es in Christiansberg, dazu 50 Liliensorten. Ein Pavillon wird von circa 200 verschiedenen Magnolien gerahmt. Ein 1300 Pflanzen fassender Heidegarten und ein Alpinum ergänzen das botanische Füllhorn.

Und: Das Pflanzen und Gestalten nimmt kein Ende. Durch weiteren Grundstückskauf haben die beiden Männer jüngst ihr Gartenareal auf nun drei Hektar erweitert.


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