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Fitness und Wellness

17. November 2017 | 20:41 Uhr

Skifahren : Wintersport mit Cowboy-Flair

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Skilaufen in Montana und Wyoming: Wer Nachtleben sucht, wird sich langweilen, wer zum Skilaufen kommt, wird nie wieder weg wollen.

Wie eine gigantische Pyramide erhebt sich der Lone Peak über Big Sky. 3400 Meter ragt das mächtige Bergmassiv am Rand des Yellowstone-Nationalparks empor. Eigentlich ist dieser gigantische Berg im Cowboy-Staat Montana unübersehbar. Und dennoch hat ihn kaum ein europäischer Skifahrer je gesehen.

Big Sky ist ein Geheimtipp für Wintersportler in Nordamerika und der perfekte Auftakt für eine Ski-Safari über Grand Targhee bis hinunter in Wyomings Ski-Hotspot Jackson Hole. Big Sky liegt nicht einmal eine Autostunde vom Flughafen Bozeman entfernt, doch seine Pisten sind fast immer menschenleer. Das Resort hat kein Geld für teure Werbekampagnen. Deshalb steht es im Schatten der Großen im Ski-Business.

Dabei hat Big Sky Wintersportlern mehr zu bieten als viele andere Resorts: Mit 1417 Metern hat es die größte Höhendifferenz aller Ski-Gebiete in den USA, und seine befahrbare Fläche ist mit 22 Quadratkilometern größer als die des Giganten Vail in Colorado. „Vor allem für gute Skifahrer ist Big Sky ein Traum“, sagt Bob Foster, Chef der Lone Mountain Ranch. Wie fast alle dort trägt er einen Cowboy-Hut, als er mit seinen Gästen in den Pferdeschlitten steigt. Über Langlaufloipen gleitet der Schlitten durch verschneite Wälder hinauf zu einer Berghütte. Dort kündigt Koch und Sänger Rick stolz Steaks als vegetarisches Gericht an. „Schließlich haben unser Rinder nur Gras gefressen“, erklärt er.

Nach dem Dessert gibt es von ihm eine Fürbitte im Gospel-Stil: „Herr, schick uns Powder!“ Im Winter dreht sich in den Rocky Mountains alles um Pulverschnee. Über zehn Meter fallen davon durchschnittlich pro Saison. „Und weil hier so wenig Skifahrer unterwegs sind, findet man auch Tage nach dem letzten Schneefall noch unberührte Hänge“, erklärt Kipp Proctor. Er arbeitet als Manager für das Resort, das nicht sonderlich groß ist, aber genug Hotels, Restaurants und Kneipen hat. Wer Nachtleben wie in Aspen sucht, wird sich in Big Sky zu Tode langweilen. Wer zum Skifahren kommt, wird nie wieder weg wollen.

Genauso ist das in Grand Targhee. Das winzige Ski-Resort besteht gerade mal aus einigen Unterkünften, zwei Kneipen, ein paar Läden – und einem herausragenden Skigebiet. Grand Targhee liegt am Fuße des 4197 Meter hohen Teton-Massivs rund eine Autostunde von Jackson Hole entfernt. Die von Westen kommenden Schneewolken bleiben dort hängen und bescheren dem Gebiet außergewöhnlich früh und besonders viel Schnee – durchschnittlich über zwölf Meter pro Saison. Nur vier Sessellifte führen aus dem 2395 Meter hoch liegenden Ort bis auf die über 3000 Meter hohen Gipfel, die Auswahl an anspruchsvollen Wald- und Steilabfahrten sowie Genusspisten ist riesig.

Als Krönung gibt es noch ein Catskiing-Areal, in dem die Wintersportler mit einer Pistenraupe auf die Gipfel transportiert werden, von denen sie über nicht präparierte Hänge ins Tal gleiten. Auf der einen Seite schaut man auf die weite Ebene von Idaho, auf der anderen auf die imposanten Gipfel des Teton-Nationalparks. Auf dessen Rückseite liegt Jackson Hole. „It’s not for sissies“, warnt Skibergführer Tom Scott – „nix für die Weicheier“. Wer an einem Neuschneetag mit der Seilbahn hinauf zum Rendezvous Mountain fährt, versteht, was Scott meint. Das Panorama vom 3185 Meter hohen Gipfel ist atemberaubend, der Blick in die Rendezvous-Bowl mit ihren steilen Rinnen respekteinflößend. Trotzdem zögern die Einheimischen keine Sekunde und stürzen sich in die Tiefe. „An Neuschneetagen haben die Schaum vorm Mund“, erzählt Pepi Stiegler. 1965 kam der Olympiasieger aus Österreich nach Jackson, eröffnete eine Ski-Schule und führte seine Tochter Resi bis in die Weltspitze. Die extremsten Runs überlässt der 76-Jährige mittlerweile anderen.

Jackson Hole ist berühmt für sein steiles Terrain, hat aber auch anderes zu bieten – inklusive Top-Hotels wie das Four Seasons direkt an der Talstation oder das Amangani auf einem Hügel zwischen dem Skiberg und dem knapp 20 Autominuten entfernten Jackson. Dort liegt auch die Spring Creek Ranch von Stephen Price. In seinem Granary Restaurant erklärt er, warum Jackson in den USA so einzigartig ist: „Auf der einen Seite hat es sich dieses rauhe Cowboy-Flair erhalten, gleichzeitig bietet es den Komfort anderer Top-Resorts.“ Zwischen Luxus-Hotels und Gourmet-Restaurants mischen sich Kneipen wie die „Million Dollar Cowboy Bar“ mit Live-Country-Musik. Einige der Männer, die zwischen den Ski-Urlaubern bei Whiskey an der Bar sitzen, arbeiten im Sommer als Cowboys. Im Winter gehen sie Skifahren, gern auch mal mit Cowboy-Hut statt Helm.

 

 

 

 

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