Wassersport : Vor dem Hai kommt der Lungentest

Tauchen mit Hai: Beim Training in der Wittenberger Schwimmhalle schwimmt die Attrappe mit.
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Tauchen mit Hai: Beim Training in der Wittenberger Schwimmhalle schwimmt die Attrappe mit.

Beim Tauchsport gibt es Korallenriffe, Rochen, Kraken und vielleicht sogar einen Hai zu sehen: Doch die Sportart ist nicht leicht zu erlernen.

svz.de von
17. Juni 2016, 23:09 Uhr

Es gab Zeiten, da wurden Taucher als tollkühne Draufgänger bewundert. Heute ist der einstige Extremsport weit verbreitet – und doch ist die Gefahr geblieben. Tauchen kann tödlich enden. Deshalb muss man den Sport gründlich erlernen.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Ein alter Taucherspruch geht so: Wer seine Flasche nicht tragen kann, kann auch nicht tauchen. Tatsächlich sollte man fit und körperlich belastbar sein, erklärt Karin Hasmiller, Präsidentin der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Außerdem muss der Druckausgleich funktionieren.

Auch wer gesund ist, sollte sich unbedingt von einem Arzt auf seine Tauchtauglichkeit untersuchen und sich diese mit einem Attest bescheinigen lassen. In vielen Ländern genügt es zwar, vor dem Tauchen eine Selbstauskunft auszufüllen. Aber manche Tauchbasen oder Safarischiffe verlangen ein Zertifikat. Wer schwerwiegende Lungenerkrankungen wie Asthma, Epilepsie oder schwere kardiale Krankheiten hat, muss auf das Tauchen verzichten. Mit einer körperlichen Behinderung ist das Tauchen heute dagegen möglich.

Wie kann ich mich auf einen Kurs vorbereiten?

Wer das Tauchen lernen will, muss sich im Wasser wohlfühlen. Deshalb hilft es, schnorcheln zu gehen und dabei mit Luftanhalten ein paar Meter abzutauchen. Dabei sollte allerdings ein zweiter Schnorchler an der Wasseroberfläche aufpassen. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) empfiehlt außerdem regelmäßiges Schwimmen, am besten mit Flossen. So bekomme man die Kraft und Kondition, um auch mal gegen eine Strömung tauchen zu können.

Mache ich den Tauchkurs besser im Verein oder im Urlaub?

Die Ausbildung im Verein sei in der Regel umfassender, sagt Tauchlehrer Otmar Schmitz. Man habe einfach viel mehr Zeit und Muße zum Lernen und Üben als bei einem Kurs im Urlaub, der oft in drei bis vier Tagen das Wesentliche vermitteln muss. So müssen im Verein auch viele Schwimmübungen absolviert werden. „Aber ob das notwendig ist, daran scheiden sich die Geister“, sagt Schmitz.

Denn beim Tauchen sei es wie beim Auto-Führerschein: Das Fahren lernt man später. Die meisten Deutschen lernen das Tauchen heute im Urlaub, oft im tropischen Meer, wo man gleich mit bunten Fischen und Korallen belohnt wird. Ein anderer Aspekt ist, dass man im Verein die ersten Tauchgänge meist in einem kalten, dunklen See macht. Das stählt, kann aber auch verschrecken. „Und Strömungen wie im Meer lernt man wiederum nicht kennen“, sagt Schmitz.

Wie unterscheiden sich die Anfängerkurse der Verbände?

Der Kürzel-Dschungel kann verunsichern: PADI und SSI, VDST, VDTL und CMAS. Aber für welchen Verband auch immer man sich entscheidet, einen großen Fehler macht man nicht. Die Grundlagen lernt man bei allen. „Die Kurse nähern sich immer mehr an“, sagt Tauchlehrer Schmitz.

Mit welchen Kosten muss man für einen Anfängerkurs rechnen?

Auch in diesem Punkt gleichen sich die verschiedenen Verbände an. In der Regel müsse man mit 350 bis 400 Euro für einen Anfängerkurs rechnen, sagt Schmitz. Bei Kursen im Urlaub spielt das Land eine größere Rolle als der Verband. Ein Kurs auf Tahiti oder in Mosambik beispielsweise ist in der Regel wesentlich teurer als in Indonesien oder Thailand.

Wie erkenne ich eine professionelle und seriöse Tauchbasis?

Ganz einfach: im Internet prüfen. „Seriöse Basen sind immer einem großen Verband angeschlossen“, sagt Schmitz. Zwar gab es früher angeblich in Südostasien Tauchschulen, die sich einfach eine selbst gebastelte PADI-Fahne vor die Tür gehängt haben. Auf den Webseiten der Verbände kann man das heute aber leicht prüfen.

Ein weiterer guter Indikator ist die Online-Plattform Taucher.net. „Wer dort in den Keller geschossen wird, den meidet man besser“, sagt Schmitz. Vor Ort sollte man sich vor allem das Equipment anschauen, rät Natascha Schwagerus, Sprecherin des Verbands Deutscher Sporttaucher (VDST): „Wenn die Anzüge Löcher haben und die Ventile verrostet sind, lässt man es lieber.“ Wichtig sei auch das Bauchgefühl.

Autor: Florian Sanktjohanser

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