6 Sportarten im Überblick : Von Yoga bis Qigong

Yoga gibt es in verschiedensten Ausprägungen.
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Yoga gibt es in verschiedensten Ausprägungen.

Stress abbauen und entspannen beim Sport: Sechs Trainingsmethoden und ihre Besonderheiten im Überblick.

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22. April 2018, 05:00 Uhr

Nicht nur Fitness, sondern auch innere Ruhe und Ausgeglichenheit: Das wünschen sich viele von ihrem Sportprogramm.

Kleine Auszeiten vom Alltag bieten Entspannungssportarten. Sie rücken neben dem Körper auch den Geist in den Fokus. Je nach Trainingstyp, gesundheitlichen Erfordernissen und individuellen Vorlieben gibt es die richtige Entspannungssportart für jeden.

Yoga

Die Mutter aller Entspannungssportarten ist viel mehr als das: eine philosophische und religiöse Lehre aus Indien, die geistige und körperliche Übungen beinhaltet. In der westlichen Gesellschaft fand vor allem das körperliche Training Verbreitung, modifizierte Variationen wie Power-Yoga konzentrieren sich auf Fitness und Ausdauer. „Es gibt heute sehr viele Yogaformen“, erklärt Ulrika Eiworth, Trainerin für Yoga, Pilates und Nia. „Einige sind dynamischer, einige eher meditativ.“ Dadurch findet jeder den Schwerpunkt, der ihm am meisten liegt. Meiden sollten Yoga frisch Operierte, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall.

Pilates

Der Deutsche Joseph Hubert Pilates entwickelte dieses Prinzip ursprünglich für Soldaten während des Ersten Weltkriegs. Es ist ein schonendes, ganzheitliches Körpertraining und konzentriert sich neben dem Fitness-Aspekt auf Atmung, Haltung und Koordination.

Bei Pilates steht die Körpermitte im Fokus: Rumpf, Bauch, Rücken und Beckenboden. „Im Unterschied zu

Yoga wird hier fließend gearbeitet, unterstützt von Hilfsmitteln wie Bällen, Ringen oder Bändern“, erklärt Eiworth.

Qigong

„Qigong ist ein harmonischer Fluss an Bewegungen“, sagt Qigong- und Taiji-Lehrerin Karin Sedlmeier. „Man hört kurz vor der stärksten

Anspannung auf und geht dann in die Gegenbewegung.“ Das alles sehr langsam, aber stetig.  „Qigong fördert das Immunsystem, verbessert Kraft und Kondition“, erklärt Sportwissenschaftler Yu Zhejun von der Universität Mainz. Durch die meditativen Anteile und die Atmung wirkt Qigong beruhigend. Gesundheitliche Einschränkungen gibt es kaum.

Taijiquan oder Tai Chi

Taijiquan – kurz Tai Chi – ist eine chinesische Kampfkunst. „Der Bewegungsfluss ist ähnlich wie bei Qigong“, sagt Sedlmeier. Während man bei Qigong aber eher stehend dieselben Übungen wiederholt, lernen die Schüler beim Tai Chi ganze Choreografien. Das trainiere Beine und Rücken sehr effektiv, sei aber anspruchsvoller zu lernen.   „Tai Chi erfordert viel Koordination und Konzentration“, sagt sie. Kursteilnehmer sollten bereit sein, das Training zu Hause fortzusetzen. Wer Probleme  mit den Knien hat, sollte beim Tai Chi aber vorsichtig sein, sagt Yu.

Nia

Nia steht für „Non-Impact Aerobics“, ist also ein gelenkschonendes Aerobic-Training, das in den achtziger Jahren in San Francisco begründet wurde. Bei Nia wurde kombiniert, was die Menschen an Entspannungssportarten mögen: Tanz, Kampfsport, Yoga, Musik. Ähnlich wie bei Yoga und Pilates stehen Stressabbau und Körperwahrnehmung im Mittelpunkt, sagt Eiworth. Im Vergleich zu Yoga sei Nia aber viel dynamischer.

Progressive Muskelentspannung (PME)

Der amerikanische Arzt Edmund Jacobs begründete die Progressive Muskelentspannung, kurz PME, schon vor mehr als 100 Jahren. Anspannen und entspannen – mit dieser Technik lassen sich Muskelverspannungen lockern. „Oft wird es dem autogenen Training vorangestellt“, sagt Sedlmeier. Während autogenes Training mit Autosuggestion arbeitet, bewirkt bei PME das bewusste Anspannen und Lösen der Muskeln die Entspannung von Körper und Geist. PME findet aber eher liegend statt, während man bei Qigong meist steht. Darum sei PME für Leute geeignet, die ihre perfekte Entspannung im Liegen  finden.

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