fit für den winterurlaub : Vom Sofa auf die Piste

Nur wer fit ist, fährt sicher: Skiurlauber sollten sich daher gut vorbereiten, bevor sie auf die Piste gehen.
Nur wer fit ist, fährt sicher: Skiurlauber sollten sich daher gut vorbereiten, bevor sie auf die Piste gehen.

So bereiten sich Skiurlauber richtig vor: Nur wer in Form ist, fährt auch sicher – schon kleine Übungen im Alltag machen fit für den Urlaub.

svz.de von
05. Dezember 2014, 23:21 Uhr

Gerissene Bänder, verdrehte Knie oder gebrochene Knochen – das sind die Horrorvorstellungen eines jeden Wintersportlers. Gerade wenn sie nur einmal im Jahr auf der Piste unterwegs sind, müssen sie sich gut vorbereiten. Denn nur wer körperlich fit ist und weiß, wie man sich im Skigebiet verhält, kann Unfälle und Pannen vermeiden.

„Idealerweise halten sich Wintersportler natürlich kontinuierlich das ganze Jahr über körperlich fit“, sagt Prof. Dirk Siebert, Sportwissenschaftler und Experte für Wintersport an der Universität Leipzig. Drei Monate vor Urlaubsbeginn sollten Untrainierte mit der sportlichen Vorbereitung beginnen. Denn direkt vom Sofa auf die Piste – das geht nicht gut. Am besten bereitet man sich mit Kraftübungen an den Geräten im Gesundheits- oder Fitnessstudio vor. Aber auch die Beweglichkeit muss trainiert werden. „Leichte Dehnübungen machen die Muskulatur geschmeidig“, sagt Siebert. Mindestens zweimal pro Woche sollte für den Wintersportler Training auf dem Programm stehen.

Doch es muss nicht immer gleich das Sportstudio sein. Schon kleine Übungen im Alltag halten den Körper fit. „Man kann sich beim Zähneputzen auf ein Bein stellen“, erklärt Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV). Das schult das Gleichgewicht und die Koordination. Oder man versucht, auf einer zusammengerollten Isomatte zu stehen und dabei die Balance zu halten. Auch die Dehnübungen lassen sich in den Tagesablauf integrieren: Einfach versuchen, die Füße nach dem Duschen im Stehen abzutrocknen. Und wer die Treppe statt des Fahrstuhls nimmt, trainiert seine Ausdauer. Und die brauchen Sportler besonders für den Skilanglauf. Vor allem Radfahren und Ausdauerlauf bieten sich als Training an. Experte Siebert warnt allerdings: „Man darf es nicht gleich übertreiben.“ Daher gilt: Erst spazieren, dann walken und danach kurze Ausdauerläufe.

Doch nicht nur der eigene Körper, sondern auch die Ausrüstung muss fit gemacht werden. Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV) rät, die Bindungen der Skier überprüfen zu lassen. Wer im vergangenen Jahr kräftig zu- oder abgenommen hat, muss die Einstellungen auf jeden Fall anpassen lassen. Die Ski-Kleidung muss vor dem Urlaub imprägniert werden. Wer dann seine Kleidung zusammenpackt, achtet am besten auch auf Kleinigkeiten. „Nichts ist ärgerlicher, als am ersten Urlaubstag auf der Piste zu stehen und nur einen Handschuh dabeizuhaben“, betont Dillig vom DSLV. Und Eltern müssen bei ihren Kindern überprüfen, ob die Kleidung vom Vorjahr überhaupt noch passt.

Wer keine eigene Wintersport-Ausrüstung hat, leiht sie sich am besten im Skiort aus. Passende Pakete lassen sich häufig schon online von zu Hause aus buchen. „Am besten holt man schon vor dem ersten Skitag das Equipment ab und lässt alles einstellen“, empfiehlt Dillig. Denn das Anprobieren und Austesten sei viel entspannter am Nachmittag kurz nach der Ankunft als in aller Frühe, kurz bevor es auf die Piste gehen soll.

Wer das Skigebiet nicht kennt, sollte sich vorher über zentrale Treffpunkte informieren, rät Prof. Siebert. „Denn wenn jemand mal verloren geht, findet man sich so viel leichter wieder.“ Auch ein Blick in die FIS-Regeln, die allgemeinen Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder, kann nicht schaden. Denn womöglich hat der Sportler innerhalb eines Jahres zum Beispiel vergessen, dass Skilangläufer bei Gegenverkehr immer nach rechts ausweichen.

Falls es auf der Piste doch mal zum Unfall kommt, ist man besser gut ausgerüstet. „Pflaster, Verbandsmaterial, Rettungsdecke und Dreieckstuch sollte man schon dabeihaben“, findet König. Und wer vergessen hat, wie die Erstversorgung eines Verletzten funktioniert, sollte einen Erste-Hilfe-Kurs vor der Reise belegen.

Wer dann endlich auf seinen Brettern steht, übertreibt es besser nicht gleich: „Bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung ist eine Pause angesagt“, erklärt König. Denn auf der Skipiste gibt es nun mal andere Risiken als bei den Balanceübungen im heimischen Badezimmer oder beim Ausdauertraining auf der Treppe.

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