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Fitness und Wellness

19. November 2017 | 21:03 Uhr

Skiwandern kommt ins Laufen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicht nur für ältere Semester: Der Skilanglauf erlebt ein Comeback als Trendsportart für alle Generationen dank vieler Vorteile

Stahlblauer Himmel, glitzernde Pulverschneekristalle, dicke Schneehauben auf malerischen Bauernhöfen und ein Gipfelpanorama wie aus dem Bilderbuch: Immer mehr Winterurlauber zieht es zurück zum Naturerlebnis in der Schmalspur. Mit Retro hat die Wiederentdeckung des guten alten Langlaufs allerdings wenig zu tun.

Langläufer von heute unterscheiden sich deutlich von ihren Vorgängern: Sie werden immer jünger, gleiten auf Hightech-Materialien durch den Schnee, genießen die Entschleunigung und suchen den gleichen Komfort auf den Loipen wie auf den Pisten. Für den Tiroler Langlauf-Experten Wolfgang Wörgötter ist das ein Trend mit Zukunft – auch für Menschen, die einfach nur Winterspaß haben wollen. Denn die meisten Skilangläufer, so Tirols führender Nordic-Fachmann, „sind eher Skiwanderer“, die genüsslich ihre Runden ziehen „und für die klare Luft, sportliche Betätigung und Landschaftserlebnis den fast identischen Stellenwert haben.“

Im Tiroler Pillerseetal, bekannt durch nordische Großsportereignisse wie den Biathlon-Weltcup in Hochfilzen und den FIS-Conti-Cup in St. Ulrich am Pillersee werden viele der mehr als 100 Kilometer klassischen Loipen und 100 Kilometer Skating-Loipen erstmals mit einer Komfortbreite von sechs Metern präpariert – vier Meter für die immer größer werdende Zahl der sportlichen Skater, zwei Meter für die klassischen Langläufer, „die dann auch mal bequem nebeneinander laufen und sich unterhalten können.“

Auf den neuen Komfortloipen kommt sich niemand mehr in die Quere. Wörgötter: „Die Sportlichen ziehen zügig voran, die Genießer haben keinerlei Druck“. Es kommt aber nicht nur auf die Breite und die Länge an – „auch die Schneequalität muss passen.“ Deshalb schickt Wörgötter die Loipengeräte in seiner Heimatgemeinde St. Ulrich am Pillersee nicht nur am frühen Morgen, sondern auch noch einmal um die Mittagszeit auf die Strecke – um zu jeder Tageszeit optimale Bedingungen zu präsentieren.

Waren es in den vergangenen Jahrzehnten vor allem die älteren Semester, die gemächlich ihre Schleifen durch den Schnee zogen, gilt Langlauf jetzt als neuer Trendsport in Weiß: Die kombinierte Fortbewegung aus Arm- und Beineinsatz schafft nicht nur einen straffen Bauch, sondern ist auch gut für Herz- und Kreislauf. Spaß an der Schmalspur im Schnee finden alle Altersklassen: „Die Loipe gilt im Winter als bestes Fitness-Studio unter freiem Himmel“, weiß auch Langlaufspezialist (und Sportwissenschaftler) Markus Förmer.

Der Einstieg ins engmaschige wie vielfältige Loipennetz des Pillerseetals ist in allen fünf Orten (Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waidring) möglich und viele Strecken können nach Lust, Laune und Ausdauer kombiniert werden. Auch für den Profi Wörgötter ist „dabei der Landschaftsgenuss genauso entspannend wie die sportliche Betätigung.“

Anfänger lernen in zwei Langlaufschulen den optimalen (Gleit-)Schritt in der Spur, Fortgeschrittene können sich mit erfahrenen Trainern auf der Skating-trasse weiterbilden. Denn auch Langlaufen auf zwei Latten sollte gelernt sein. Profis sehen auf den ersten Blick, wer elegant durchs Weiß gleitet und wer mit seinen Brettern und Stöcken nur durch den Schnee stampft...

Als sanfteste Art der Fortbewegung auf knisternden Pulverschneekristallen gilt das „Nordic Cruising“ mit Langlaufskiern, die breiter und kürzer sind, durch ihr höheres Gewicht aber sicherer in der Spur liegen – und auch Gelegenheitssportlern den Weg zu Ausflügen in die Weiten des Winters frei machen.

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