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Fit im März : Schwung für Körper und Geist

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Athletic Moves“ ist der neue Fitnesstrend 2015. Frauen in Lützow sind von dem ganzheitlichen Ansatz begeistert

von
erstellt am 28.Feb.2015 | 15:45 Uhr

„Macht euch groß“, ruft Fitnesstrainerin Giszmo Rotschenk. Dabei reckt sie einen Arm in die Höhe, streckt in einer fließenden Bewegung den Rücken durch und lässt den Kopf mit einer kleinen Drehung in den Nacken fallen. Die rund 60 Frauen des Lützower Sportvereins Theodor Körner folgen dem blonden Energiebündel. „Das macht ihr super!“, ruft sie.

Mit dem gestreckten Arm zeichnet Giszmo einen großen Kreis, federt zurück. Alle Figuren fließen ineinander, keine Pose wird lang gehalten. Instrumentalmusik begleitet die Bewegungen. Der Beat ist dynamisch, aber mäßig.


Einzigartig im Nordosten


Was aussieht wie eine Mischung aus Aerobic, Yoga und Rückengymnastik ist in diesem Frühjahr der neue Fitnesstrend. Unter dem Sammelbegriff Faszien-Training (siehe Info-Kasten) gibt es immer mehr ganzheitliche Ansätze, die das sogenannte Fasziengewebe – das Bindegewebsnetzwerk des Körpers – trainieren.

Dazu gehört auch der Kurs „Bewegter Rücken und Athletic Moves“, den Giszmo Rotschenk seit einigen Monaten in der Mensa in Lützow unterrichtet. „Der Körper wird bei Athletic Moves als Gesamtheit gesehen“, erklärt die Fitnesstrainerin aus Raben Steinfeld. Statt einzelne Muskelgruppen aufzubauen, wird etwas für das den ganzen Körper durchziehende Fasziengewebe getan. „Mit unserem Training sorgen wir für eine gute Körperspannung, Kräftigung und Stabilität“, erklärt Giszmo.


Spaß an der Bewegung


Der Schwerpunkt liegt in ihrem Kurs auf der Wirbelsäule. Mit gezielten Übungen sollen die Flexibilität des Rückens erhöht und Verspannungen gelöst werden. Das Kursprofil ist im Nordosten bisher einzigartig. „Entwickelt wurde Athletic Moves im Münchner Raum“, weiß die Trainerin. Von dort breitete sich das Ganzkörper-Workout deutschlandweit aus.

„Genießt die Bewegung“, ruft Giszmo den Frauen zu und führt behände die nächste Übung aus. Was bei ihr so leicht aussieht, treibt den Kursteilnehmerinnen den Schweiß auf die Stirn. „Noch einmal, ihr schafft das, der Feierabend ist schon in Sicht“, witzelt die Trainerin.

Die Kursinhalte und Giszmos lockere Art kommen bei den Frauen gut an: „Es macht total viel Spaß“, begeistert sich Katrin Wellner aus Dalberg nach der Stunde. „Die Bewegungen sind einfach auszuführen“, berichtet die junge Frau. Das ist für Fitnesstrainerin Giszmo mit ein Grund, warum Athletic Moves im Trend liegt. „Man erzielt relativ schnell Erfolge – das ist vor allem für Frauen wichtig“, weiß sie.


Workout und Entspannung


Das Programm eignet sich aber auch für alle anderen. „Athletic Moves trifft die breite Masse“, sagt die Trainerin. Jüngere Menschen, die zum Beispiel berufsbedingt viel am Schreibtisch sitzen, können so Rückenbeschwerden entgegen wirken. Ältere würden unter anderem davon profitieren, dass Koordination und Körpergefühl trainiert werden.

Auch Claudia Fromm aus Gadebusch hat Spaß am Kurs. Sie gehört zu den älteren Semestern, die in Lützow mitmachen. „Ich bin zwar hinterher kaputt, aber auf eine angenehme Art“, erzählt sie. Und das ist bei Athletic Moves gewollt: Gemäß des ganzheitlichen Ansatzes soll nicht nur der Körper trainiert, sondern auch der Geist entspannt werden. „Gerade in der heutigen Zeit ist das gezielte Loslassen wichtig“, erklärt Giszmo. Durch den fließenden Rhythmus und die Wiederholung der Bewegungen kommt man in einen „Flow“–Zustand.

Das führt dazu, dass man am Ende des Trainings nicht nur etwas für seinen Körper getan hat. Im besten Fall ist auch der Kopf frei.

 

Hintergrund: Der Körper ist durchzogen von Faszien. Hierzu gehören alle kollagenen, faserigen Bindegewebe, die jeden Muskel, jedes Organ und jede  Bindestruktur des Körpers umhüllen und miteinander vernetzen. Die Funktion des Fasziennetzwerkes besteht u.a. darin, den Körper zusammenzuhalten, ihm Stabilität zu geben und ihm – ähnlich eines Stoßdämpfers – zu schützen.

Neue Ansätze gehen davon aus, dass das Fasziengewebe für die Leistungsfähigkeit eines Sportlers  große Bedeutung hat. Ein gut trainiertes Bindegewebe  garantiert   die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern, schützt vor Reibereien in den Gelenken und sorgt für eine aufrechte Körperhaltung. Indes vermuten  „Fascianados“,  dass Bewegungsmangel zu verdrehten und verklebten Faszien führt, was  Rückenschmerzen, Steifheit in den Gliedern  und andere körperliche Probleme hervorruft. Um dem entgegen zu wirken, wurden weltweit Programme und Kurse entwickelt, mit denen das Fasziennetz trainiert werden kann.
 

Hier findet gibt es weiter Fitnesstipps

 

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