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Fitness und Wellness

22. November 2017 | 16:08 Uhr

Reitsport : Reiten fordert den ganzen Körper

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Ende einer Reitstunde werden Anfänger Muskelkater an Stellen haben, von denen sie gar nicht wussten, dass sie dort Muskeln haben.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Reiten beansprucht die Muskeln im ganzen Körper. Durch das permanente Ausbalancieren und Mitschwingen mit der Bewegung des Pferdes ist beim Reiten vor allem die Rumpfmuskulatur gefordert. „Dabei spielt die Maximalkraft keine wesentliche Rolle“, betont Thomas Ungruhe von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Würde man im Sattel alles maximal anspannen, könnte man sich den Bewegungen nicht anpassen. „Vor und zurück, links und rechts, auf und ab“, erklärt der Diplom-Sportlehrer das Muster. „Und das passiert in einem Gleichklang und permanent.“

Richtungswechsel, anhalten und losgehen, auf dem Zirkel reiten – all das sind neben der Bewegung des Pferdes Momente, in denen der Körper Ausgleichsarbeit leistet und unter Spannung steht. Während bei vielen anderen Sportarten eine Pause drin ist, kann man sich als Reiter nicht eine Millisekunde der Bewegung entziehen. Eine lockere Grundspannung sei unerlässlich.

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt, um sich dem Schwung des Pferdes anzupassen, ist das Becken. Aber auch die Aufrichtung des Oberkörpers ist dabei wichtig, erklärt Ungruhe. „Wer sich nach vorne einrollt, arbeitet automatisch gegen die Bewegung des Pferdes – deshalb sind die Bauchmuskeln gefordert.“

Es geht aber nicht nur darum, sich den Bewegungen anzupassen und sie auszubalancieren, sondern die An- und Entspannung der Muskulatur auch kontrolliert einzusetzen: „Spannt man etwa die Rückenmuskulatur an, ist das für das Pferd das Zeichen, langsamer zu werden“, erklärt Ungruhe.

Hat man etwas mehr Erfahrung gesammelt, kommt die nächste Gangart hinzu: Der Trab, bei dem das Pferd eine Schwebephase hat. Das bedeutet, dass alle vier Beine gleichzeitig in der Luft sind. Anfänger sollten zuerst das Pferd leicht traben lassen. Dabei sind zusätzlich die Beine gefordert, sagt Ungruhe. Denn der Reiter hebt sein Gesäß im Takt aus dem Sattel – dann sind nur die Knie und die Waden am Pferd.

Im Reiten als Gesundheitssport lassen sich diese Effekte noch verstärken, wenn statt eines Sattels ein Gurt mit Griffen auf dem Pferd liegt. Denn dann können auch spezielle Übungen hinzukommen: Etwa die Arme loslassen oder sich seitwärts auf das Pferd setzen. „Das ist eine unglaubliche Balance- und Gleichgewichtsschulung“, sagt Ungruhe. Für Anfänger reichen 20 bis 30 Minuten Training. „Dann merkt man, was man getan hat.

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