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Fitness und Wellness

19. August 2017 | 03:54 Uhr

Training : Mensch statt Maschine

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Functional Training ohne Geräte liegt im Trend und soll – anders als Gewichtsmaschinen – den gesamten Körper beanspruchen.

An Geräten Gewichte stemmen und dabei ohne großes Nachdenken immer wieder dieselbe Bewegung machen: Diese Zeiten scheinen allmählich vorbei zu sein. Immer mehr Fitnessstudios bieten ihren Kunden ein Training jenseits der Maschinen an. Auf Freiflächen können sich die Freizeitsportler mit dem eigenen Körpergewicht oder Hilfsmitteln wie Rundhanteln oder Medizinbällen in Form bringen. Dustin Tusch vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) spricht vom „momentan größten Trend“ in der Fitnessbranche. Die Rede ist vom Functional Training.

Seine Wurzeln hat das Functional Training nach Angaben von Prof. Christoph Eifler, Fachbereichsleiter Trainingswissenschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken, im Athletiktraining des Hochleistungssports. Ziel sei, den Profisportler für das Training und den Wettkampf belastbarer zu machen. „Es dient der Verletzungsprophylaxe, verringert also die Verletzungsgefahr und verbessert zugleich die Leistungsfähigkeit“, erläutert er. Statt einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, werden ganze Muskelgruppen und komplexe Bewegungsabläufe gefordert. Beim Functional Training stehe die Gesamtleistung des Bewegungsapparats, nicht der kräftigste Muskel im Vordergrund, erläutert Volker Ebener vom Deutschen Fitness und Aerobic Verband (DFAV).

Da Fitnessstudios inzwischen sehr viel weibliche Kundschaft haben, sei die klassische „Gewichte-Stemmerei“ nicht mehr so stark gefragt. Das Training soll mehr Spaß machen und freier sein. Außerdem sei es eine Lifestyle-Frage: Die Menschen wollten zwar gesund bleiben, aber durch den dafür nötigen Sport keine Muskelpakete werden.

Typische Übungen mit dem eigenen Körpergewicht sind zum Beispiel Kniebeugen und Ausfallschritte, erläutert Michael Branke, pädagogischer Leiter der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV). Die Kniebeuge macht der Sportler anfangs in der gehaltenen Version mit dem Rücken an der Wand. Dann trainiert er frei stehend oder auf einer labilen Unterlage. Dabei kann er zusätzlich einen Ausfallschritt machen oder auf nur einem Bein balancieren. Weiter steigern lässt sich die Übung mit Kurzhanteln in den Händen.

Beim Training mit der Kettlebell kommt eine Schwungkomponente hinzu. Der Sportler stellt sich zum Beispiel in die Kniebeuge, hat die Kettlebell zwischen seinen Füßen stehen und hält sie am Griff. Dann streckt er die Knie und schwingt die Kugel vor den Körper, bis die Arme im 90-Grad-Winkel zum Oberkörper stehen.

Grundsätzlich sollten sich Einsteiger von qualifiziertem Personal gut in die einzelnen Übungen einweisen lassen. Denn effizient sei das Training nur, wenn der Freizeitsportler mit seinem eigenen Körper richtig umgehen könne, betont Branke. Functional Training fordert auch den Kopf und anders als Gewichtsmaschinentraining nicht nur den Muskel.

 

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