Fit in den Frühling : Mehr Fitness: Der Plan der drei P

Sportwissenschaftlerin Dr. Sophie Opitz beim Pilates-Training
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Sportwissenschaftlerin Dr. Sophie Opitz beim Pilates-Training

Der Körper merkt sich einmal erworbene sportliche Fähigkeiten und ist lebenslang trainierbar / Bei Wahl der Sportart beraten lassen

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12. März 2014, 23:55 Uhr

Spaß – das ist das Wichtigste. Wer sich entscheidet, aus den Pantoffeln ins Trikot zu wechseln, darf bei der Wahl der Sportart in erster Linie daran denken, was ihm Spaß macht. Sagt Dr. Sophie Opitz, Sportwissenschaftlerin und Bewegungstherapeutin aus Rostock. „Außerdem spielen die Vorerfahrungen mit Sport eine Rolle, die Zeit, die man investieren kann und will, bestimmte Erkrankungen und nicht zuletzt die Ziele, die man sich setzt.“

Wer langfristig fit werden und auch bleiben will, braucht den Plan der drei P: Der muss passend, präzise und praktikabel ist. Das heißt, der individuell ausgewählte Sport sollte so in den Alltag integriert sein, dass der festgelegte Termin auch eingehalten werden kann. „Wer das über ein Vierteljahr zwei bis drei Mal pro Woche schafft, entwickelt ein Bedürfnis nach Bewegung, dem er nicht mehr widerstehen kann.“

Sport ist für viele Menschen ein Ausgleich und hilft, Stress abzubauen. Vielleicht in einer Gruppe nette Leute zu treffen, macht es leichter dranzubleiben. Auch die Bikinifigur für den nahenden Sommer eignet sich als Ziel. Allerdings dauert Gewichtsreduktion meist länger als erhofft. „Für Übergewichtige ist mehr als ein halbes Kilo pro Woche unrealistisch und hält auch nicht lange“, weiß die Sportwissenschaftlerin.

Die Wahl der Sportart hängt auch von eventuellen gesundheitlichen Einschränkungen ab. „Wer über 25 ist und schon lange nicht mehr Sport getrieben hat oder wer gesundheitliche Probleme hat, sollte seinen Hausarzt fragen“, meint Dr. Opitz. „Aber jemand mit Knieproblemen wird auch von sich aus kaum Volleyball spielen.“

In Sportvereinen oder Fitness-Studios gibt es ebenfalls Beratung. Krankenkassen bieten Präventionskurse an, etwa Rückenschule oder Yoga, die sich gut als Einstieg eignen. Denn Überlastung wäre genauso ungünstig wie Unterforderung. „Wenn ein Körper früher regelmäßig trainiert wurde, kann er diese Fähigkeiten in Bezug auf Ausdauer, Kraft und Koordination leichter wieder abrufen“, sagt Dr. Opitz.

Im Alltag können schon kleine Tricks zu mehr Wohlbefinden verhelfen. Wer im Büro arbeitet, leidet oft unter Rückenproblemen oder trägt einen Bauch vor sich her. „Man sollte sich so oft wie möglich gerade aufrichten, auch mal aufstehen, zum Beispiel beim Telefonieren“, rät die Bewegungstherapeutin. „Außerdem öfter die Sitzposition verändern – die Bewegungen helfen, die Bandscheiben zu entlasten und zu ernähren und so die Wirbelsäule beweglich zu halten.“

Generell ist es günstig, so oft wie möglich zu Fuß zu gehen, Treppen zu steigen oder im Bus stehenzubleiben statt zu sitzen. Das trifft auch auf ältere Menschen zu. Ihnen sind außerdem gelenkschonende Sportarten zu empfehlen, die nur eine moderate Belastung bedeuten und möglichst risikofrei sind. „Der Körper ist ein Leben lang trainierbar“, sagt Dr. Opitz. „Auch wer mit 75 anfängt, wird noch Erfolge merken. Und Bewegung fördert die Durchblutung im Gehirn – man bleibt also geistig fitter.“
 

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