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Fitness und Wellness

22. November 2017 | 16:08 Uhr

Gesundheit : In Zeitlupe Probleme wegboxen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Lebensenergie zum Fließen bringen – darum geht es beim Tai Chi. Wer es probieren möchte, braucht professionelle Anleitung.

Die langsamen fließenden Bewegungen des Tai Chi wirken fast wie in Zeitlupe. Nicht unbedingt das, was man sich unter Schattenboxen vorstellt – wie Tai Chi auch genannt wird. Was einst in China als Kampfkunst seinen Anfang nahm, hat sich in der westlichen Welt inzwischen als Gesundheitssport etabliert.

Was ist Tai Chi?

In China ist das Schattenboxen oder auch Taijiquan ein Volkssport, der gern morgens an der frischen Luft geübt wird. Die meditativen Bewegungen, die fast in Zeitlupe und hochkonzentriert ablaufen, sind spezielle Übungen, die sich aus der traditionellen Kampfkunst entwickelt haben.

Für wen eignet es sich?

„Tai Chi verbessert die Balance. Das ist hochrelevant, da insbesondere ältere Menschen durch Tai-Chi-Übungen möglicherweise Stürzen vorbeugen können“, urteilt Romy Lauche, die komplementäre und alternative Therapien am Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Universität Duisburg-Essen erforscht. „Es finden sich aber auch viele positive Effekte bei Rückenschmerzen, Kniearthrose oder einer Vielzahl rheumatischer Erkrankungen.“ Dennoch rät Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln: „Auch wenn Tai Chi für jede Altersklasse und viele chronische Krankheiten geeignet ist, sollte man bei bestehender Krankheit oder Schädigung immer Rücksprache mit einem Arzt halten.“

Wie steigt man am besten in das Training ein?

Wie bei fast jedem Einstieg in eine neue Sportart, sollte Tai Chi unter Anleitung geübt werden. „Damit die langsamen, kontrollierten und fließenden Übungen korrekt ausgeführt werden, ist eine professionelle Anleitung unabdingbar“, sagt Froböse. Fehler können sich unbemerkt einschleichen, Fehlbelastungen oder Schädigungen wären dann nicht auszuschließen.

Wie finde ich den richtigen Lehrer?

Die einen wollen das Chi zum Fließen bringen, die anderen üben sich in asiatischer Kampfkunst. Wer sich durch Tai Chi fit halten oder es werden möchte und Entspannung sucht, wäre bei einem kampforientierten Lehrer nicht an der richtigen Adresse. „Da hilft nur eins“, sagt die Vorsitzende des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan, DDQT, Angela Menzel, „auf die Ausbildung des Lehrers achten, sagen, was man will und welche gesundheitlichen Einschränkungen man hat.“ Wenn der Lehrer dann zu einer Schnupperstunde einlädt, sollte man einfach ausprobieren, „ob es für einen passt“. Kursleiter mit dem DDQT-Gütesiegel haben eine Ausbildung mit mindestens 250 Stunden innerhalb von drei Jahren absolviert. „Die Lehrer sind ganz einfach über die Postleitzahl auf der Website des DDQT zu finden“, sagt Menzel.

Zahlt die Krankenkasse für Tai Chi?

Unter Umständen bekommt man einen Zuschuss. Im Präventionsleitfaden des Spitzenverbandes der Krankenkassen ist festgelegt, dass die Versicherer Entspannungstechniken wie entspannungsorientiertes Tai Chi bezuschussen können. Am besten erkundigt man sich vor dem Kursstart direkt bei seiner Krankenkasse.

Autorin: Karin Willen

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