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Fitness und Wellness

24. November 2017 | 10:46 Uhr

Wellness : Heubad und Schafswolle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Wellness-Orte arbeiten mit Heilmitteln, die schon vor Jahrhunderten genutzt wurden.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Ein wohltuendes Bad im Heu oder in Schafswolle? Viele Wellness-Orte arbeiten mit natürlichen Heilmitteln, die schon vor Jahrhunderten genutzt wurden. Eine Auswahl:

Heilkreidepackung auf Rügen

Im milden Ostseeklima setzt die Rügener Heilkreide der gesunden jodhaltigen Meerluft in puncto Entzündungshemmung, Wundheilung und Stabilisierung der Haut noch eines drauf. Der saure Kreidekalk mit Eisen-, Magnesium- und Jodverbindungen aus urzeitlichen Sedimenten von der Halbinsel Jasmund entsäuert und hilft als warme Packung oder Bad bei Verspannungen. Außerdem bereitet er Haut und Stoffwechsel gut auf eine Massage vor. Als Gesichtsmaske klärt er den Teint.

Bauernbad in Österreich

Im Karlbad auf der Nockalm in Kärnten entspannt man sich nach alter Tradition in Lärchenholzzubern. Auf Holzfeuer erhitzte Steine geben Mineralien in das radonhaltige Quellwasser ab und sollen bei Rheuma und Gicht helfen, glaubten schon die Bauern vor 500 Jahren. Jedenfalls öffnet das Schwitzbad die Poren für die gesunden Mineralien.

Molkebad in der Schweiz

Das Nebenprodukt der Käseherstellung war schon bei Griechen und Römern ein Heil- und Schönheitsmittel. In der Schweiz gibt es Molkebäder in urigen Lärchenzubern auf Bergwiesen am Rande von Wanderwegen und Mountainbike-Trails, etwa auf der Bergli Alp im Kanton Glarus – Bergpanorama inklusive. Molke stabilisiert den Säureschutzmantel der Haut, als Getränk fördert es die Verdauung. Als alternative Bäder stehen Biomilchschaum, Kräuter, Honig und Stutenmilch bereit.

Moorbad in den Ammergauer Alpen

Dickbreiig, heiß und frisch soll es sein, dann hilft das wärmende Moor am nachhaltigsten. In Bad Kohlgrub und in Bad Bayersoien ist man an der Quelle. Das alpine Bergkiefern-Hochmoor mobilisiert den Stoffwechsel und lindert nach mehrmaligen Anwendungen Schmerzen, indem es die Nerven über den Hormonhaushalt beruhigt – so die Idee. Während die Gäste im heißen, schwarzen Schlamm entspannen, bindet Huminsäure die Schadstoffe im Körper. Die Haut ist nach dem Bad und Abduschen besonders zart und gut durchblutet. Danach 30 Minuten Ruhe für den Stoffwechsel.

Schlammbad im Toten Meer

Der am tiefsten gelegene See der Erde, das Tote Meer, bietet Linderung für Hautgeschädigte und Allergiker. Hier können Sonne, mineralhaltiger Schlamm und die 30-prozentige Sole wirken. Der ein wenig nach Schwefel riechende schwarze Schlamm macht die Haut nach einer Viertelstunde zart und rosig. Beim Schweben im Wasser verteilt er sich dann langsam wieder im See, bis die Süßwasserdusche den Körper von Salz befreit.

Heubad in den Dolomiten

Höhenluft ist allergenarm und das Dolomitenheu besonders artenreich – eine gute Kombination: Heubäder nutzten antibakterielle und entzündungshemmende Heilkräuter wie Arnika, Johanniskraut, Ringelblume und Schafgarbe, die im von Hand abgemähten Almgras stecken. Deren ätherische Öle und Gerbstoffe sollen in der würzig-warmen Ruhe des Heubads mit Schadstoffen im Körper aufräumen. Eine anschließende Latschenkieferölmassage und Edelweiß-Gesichtsbehandlung runden das alpine Kraftpaket ab.

Schafwollbad in Südtirol

Keine Angst, das Bad mit der Wolle der Ultner Bergschafe stinkt nicht nach Bock. Die hochalpine Schafswolle wird sorgfältig handgewaschen, damit das hautberuhigende Lanolin erhalten bleibt. Außerdem ist sie mit duftenden Bergkräutern versetzt. Das hautpflegende und die Wundheilung unterstützende Bad im wollweichen Vlies genießen Urlauber in der Zirbenholzwanne. Danach lässt eine Massage mit Wollbäuschchen das Lanolin und die ätherischen Öle noch tiefer in die Haut dringen. Früher pflegten sich die Bauern bei Wehwehchen mit diesem Bad selbst. Heute noch stecken sich manche die Ultner Wolle bei Ohrenschmerzen in die Ohren.

Leinöl und Kräuter im Spreewald

Eine Massage lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung. Eine noch bessere Wirkung versprechen die Masseure im Spreewald durch Leinöl aus der Lausitz und örtliche Wildkräuter wie Beinwell und Mädesüß.

 

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