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Fitness und Wellness

20. November 2017 | 22:22 Uhr

Fitness : Gegen den inneren Schweinehund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr Sport oder ein paar Kilo abspecken – mit diesen neun Tipps werden Couchpotatoes zu Hobbysportlern.

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2015 | 11:45 Uhr

Joggen gehen, mit dem Rad zur Arbeit fahren oder endlich im Fitnessstudio trainieren – so ein sportliches Vorhaben scheitert bei vielen immer wieder am inneren Schweinehund. Das ist ziemlich frustrierend. Ein paar Tricks können aber helfen, dem inneren Schweinehund Beine zu machen.

Koexistenz statt Kampf

„Es geht nicht darum, den inneren Schweinehund zu überlisten oder zu bekämpfen, sondern ihn als einen Teil von sich selbst zu akzeptieren“, sagt Stefan Frädrich, der mehrere Ratgeber zum inneren Schweinehund geschrieben hat. Manchmal schützt einen der innere Schweinehund sogar davor, sich selbst zu überfordern, ergänzt Sportpsychologe Christian Heiss. Mit einer ordentlichen Portion Optimismus kann man dem Schisshasen also auch etwas Positives abgewinnen - das erleichtert die Koexistenz.

Der Ton macht die Musik

Frädrichs Schweinehund heißt Günter. „Das ist etwas persönlicher und hebt das Ganze in ein augenzwinkerndes Setting“, erklärt er. Der Umgang mit dem inneren Schweinehund wird harmonischer. Auch Heiss empfiehlt freundliche Umgangsformen. Sich immer nur runterzumachen, weil der innere Schweinehund wieder gewonnen hat, bringt nichts.

Motive suchen

Wenn der Schweinehund rebelliert, wirft das immer auch die Frage auf: Was will ich wirklich? „Wenn dabei rauskommt, dass man sein sportliches Vorhaben als wichtig und sinnvoll erachtet, ist schon viel geschafft“, sagt Lutz Hertel, Gesundheitspsychologe und Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes.

Auf dem Boden bleiben

An Motivation mangelt es kaum jemandem, der mit dem Schweinehund ringt – sonst würde man ja gar nicht erst mit ihm aneinanderrasseln. Die Motivation muss aber mit Blick auf die Zielsetzung wohl dosiert sein: „Nichts demotiviert mehr als unrealistische Ziele“, warnt Heiss. „Bei unrealistischen Zielen beißt der Schweinehund sofort zu“, sagt auch Hertel. „Dann scheitert man schon gedanklich oder beim ersten Versuch.“ Denn der Schweinehund mag weder Veränderungen noch Anstrengung. Und Versagen schon gar nicht.

Den Druck erhöhen

  Das geht zum Beispiel, indem man sich einen Trainingspartner sucht. Wer einen solchen Sport-Buddy hat, stellt dem Schweinehund eine Falle: Denn der stellt sich sowohl bei Anstrengung als auch bei Veränderung quer. Aber Termine nicht einzuhalten und somit quasi zu versagen, mag er auch nicht. „Außerdem hat man damit jemanden, der Feedback, also Belohnung, gibt“, sagt Hertel. „Auch das Miteinander beflügelt und ist eine tragende Antriebskraft.“

Einen Plan haben

Um dem Schweinehund sportliche Gewohnheiten beizubringen, braucht man konkrete Ziele. „Sich zu sagen ,Ich sollte mehr laufen‘, bringt gar nichts“, sagt Hertel. Wie oft, wie lange, wie schnell und so weiter – all das sollte genau formuliert sein. Und das neue sportliche Vorhaben muss ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, betont Hertel. 

EInen Plan B haben

„Bevor die Situation eintritt, muss klar sein, wie man mit einem Misserfolg umgeht“, sagt Heiss. Zum Beispiel: Wer an zwei festen Tagen in der Woche laufen wollte und es in einer Woche nur an einem Tag schafft, sollte sich überlegen: Gehe ich einfach an einem anderen Tag? Oder setze ich einmal aus und laufe am nächsten festen Tag? Wer für solche Fälle eine Strategie entwickelt hat, bleibt auch bei Rückschlägen handlungsfähig.

Verlieren können

„Ab und zu darf man den Schweinehund auch mal gewinnen lassen“, sagt Frädrich. Aber es muss ein gutes Mischungsverhältnis bleiben. „Sonst verlässt man seine Komfortzone nicht.“

Nicht lang schnacken

Manchmal hilft weder ein guter Umgangston, noch ein ausgefeilter Plan. Wenn man das nämlich alles zigmal durchexerziert hat und der Schweinehund einfach keine Ruhe geben will, dann gilt laut Stefan Frädrich eine klare Ansage: „Diskutier nicht mit dir selbst - mach' einfach. So lange, bis es zur Gewohnheit geworden ist.“

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