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Fitness und Wellness

11. Dezember 2017 | 03:12 Uhr

Schwimmen lernen : Der Sprung ins kalte Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wie Kinder die Angst vorm Schwimmen überwinden können.

Schwimmen steht bei vielen Kindern ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten Sportarten. Ausgiebiges Planschen, vom Sprungturm springen und in die Tiefen des Schwimmbades tauchen, bringt jede Menge Spaß und schult das eigene Körpergefühl. So gehört der Ausflug ins Schwimmbad auch bei vielen Schulen fest zum Stundenplan dazu.

 Doch laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DLRG („Schwimmfähigkeit der Bevölkerung“ von 2010) ist jedes zweite Kind im Grundschulalter ein unsicherer Schwimmer.  Im Interview verrät uns Renate Riecken, was Eltern tun können, um dem Nachwuchs den Sprung ins Wasser leicht zu machen. Die stellvertretende Technische Leiterin des DLRG ist zuständig für den Bereich Schwimmen und Rettungsschwimmen.

Woran liegt es, dass viele Grundschulkinder noch nicht sicher schwimmen können und sich vor dem Wasser fürchten?
Was ich nicht kenne, macht mir Angst, das gilt für alle anderen Bereiche des Lebens auch und ist sicher im weitesten Sinn eine Schutzfunktion. Wenn dann noch negative Erfahrungen wie Brennen in den Augen, ausrutschen auf nassem Untergrund, kein sicherer Stand oder gar Situationen mit der Angst, keine Luft mehr zu bekommen, hinzukommen und Warnungen der Erwachsenen vor der Gefahr „Wasser“, wird das Unwohlsein gegenüber einem nicht ausreichend bekannten Element sich sicher noch steigern.

 Die Gründe für die unzureichende Schwimmfähigkeit von Kindern sind vielfältig. An erster Stelle stehen wahrscheinlich die Bäderschließungen, die die Übungsstätten sowohl für das private Üben als auch für Ausbildung in Schule und Verein verringern. Außerdem ist das Angebot an Schwimmunterricht in den Schulen zurückgegangen. Geld spielt hier eine Rolle sowie andere Schwerpunkte nach PISA und in neuer Schullandschaft. Ein weiterer Aspekt ist, dass steigende Kinderarmut private Unternehmungen begrenzt.

In welchem Alter sollte die Wassergewöhnung beginnen und wann sollten Kinder richtig Schwimmen lernen?
Wassergewöhnung sollte so früh wie möglich in den Alltag integriert werden – beim Waschen, Duschen oder Planschen im Garten. So verlieren Kinder die Angst vor Wasserspritzern in den Augen, erlangen ein Gefühl für Temperaturunterschiede und rutschige Untergründe und machen erste Auftriebserfahrungen mit Gegenständen und dem eigenen Körper. Zielgerichtete Wassergewöhnung findet idealerweise mit vier bis sechs Jahren statt.
 Mit Schwimmunterricht sollte um den Schulanfang herum begonnen werden. Spätestens zum Ende der Grundschulzeit sollte jedes Kind ein „Schwimmer“ sein – nach unserer Definition ist das mit dem Jugendschwimmabzeichen Bronze erreicht, nicht mit dem Seepferdchen!

Wie sollte man Kinder am besten ans Wasser gewöhnen?
Die Eltern dienen als Vorbild und vermitteln das Gefühl von Sicherheit – gemeinsam den Kopf unter Wasser, zusammen planschen, rutschen und spritzen.  Es sollte auf Vielseitigkeit in Situationen und Bewegungsformen geachtet und später ein Kurs zur „Zielgerichteten Wassergewöhnung“ besucht werden.


Was macht eigentlich einen gutenSchwimmkurs aus?
Es gibt dort keine enge zeitliche Begrenzung und keine Fokussierung auf das Erreichen eines Abzeichens, sondern ein vielseitiges Angebot an Bewegungslernen. Das bringt später Sicherheit im und am Wasser und erleichtert zukünftig vielseitiges Schwimmen/Wassersport.





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