Fit in den Frühling : Ausdauer zum Nulltarif

Martin Elshoff
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Martin Elshoff

Radeln geht überall – auch auf über 10 000 Kilometern Radrouten im Nordosten / Fitness, Lebensfreude und frische Luft

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15. März 2014, 16:00 Uhr

Abends nach der Arbeit aufs Fahrrad steigen, in wenigen Minuten in der Natur sein, abschalten, Stress abbauen, frischen Wind um die Nase spüren – dieses Vergnügen ist im Nordosten überall zu erleben. Wer sich mehr Zeit als für eine kurze Runde nehmen will, kann sich organisierten Gruppenfahrten anschließen oder auf eigene Faust viele sehenswerte Ecken entdecken. Die Tourismusverbände und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) haben zahlreiche Touren ausgearbeitet, die sich für jeden Anspruch oder alle Interessen eignen: an Flüssen und Seen oder direkt an der Ostseeküste entlang, von Backsteinkirchen zu Herrenhäusern, sogar von Berlin nach Kopenhagen.

Der Club organisiert geführte Fahrten für Menschen, die einfach gern Fahrrad fahren. „Unsere Touren sind nicht anstrengend, sondern wir nehmen das Tempo der Gruppe auf“, versichert Martin Elshoff, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir wollen ja nicht mit dem Kopf über dem Lenker nur noch den Asphalt sehen, sondern die Umgebung erleben.“

Ein alltagstaugliches, verkehrssicheres Rad reicht aus, Getränke sollte man mitnehmen und Kleidung nach dem Zwiebelschalen-Prinzip. „Keine Jeans, denn die saugen sich bei Regen schnell voll, trocknen nicht und werden schwer“, rät der Profi.

Bei den Fahrten sind Paare und junge Familien genauso dabei wie ältere Menschen. „Fahrradfahren hält eben frisch und jung“, sagt Elshoff. „Wenn man mal länger gefahren ist, dann pausiert und später wieder beginnt, erinnert sich jede Muskelzelle an ihre Tätigkeit – man kommt ganz schnell wieder rein.“

In aktuellen Broschüren werden Tagestouren von 30 bis 50 Kilometern vorgestellt. Oft gibt es Möglichkeiten, für den Rückweg Bus oder Bahn zu nutzen. Überall im Land gibt es Stationen, an denen Fahrräder verliehen werden. Die „Bett&Bike“-Zertifizierung garantiert Einmal-Übernachtungen, bei denen an sichere Unterstellmöglichkeiten für die Räder und Trockenräume für regenfeuchte Textilien gedacht ist, wo es Werkzeug und ein kräftiges Frühstück gibt.

Marianne Schulz ist seit 13 Jahren Landesradwegemeisterin beim Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV). Sie hat neun Radfernwege und 21 thematische Radrundwege mitentwickelt – Prospekte und Radwanderkarten gibt es beim TMV und den Regionalverbänden. Die Radfernwege sind zwischen 400 und 600 Kilometern lang und in mehreren Tagesabschnitten zu bewältigen. Für alle, die nicht so lange unterwegs sein wollen, gibt es kürzere Routen. Der Eldetal-Rundweg und der Elbe-Müritz-Radfernweg führen auch durch den Norden Brandenburgs.

Immer mehr Radler lassen sich von kleinen Elektromotoren unterstützen. „Mit Pedelecs wird ein langer Hügelanstieg zur leichten Übung, wir als Frauen können locker mit den Männern mithalten“, hat Marianne Schulz selbst erlebt. Viele Radler leihen sich zuerst ein Elektrofahrrad aus, wollen danach aber bald ein eigenes kaufen. Die Akkus halten unterschiedlich lange, aber man kann sie jederzeit nachladen.

www.auf-nach-mv.de/radwandern 

www.adfc-mv.de 


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