Tipps zum Baden und Schwimmen : Was Sie beim Sprung ins kalte Nass beachten müssen

Ein Sprung ins kühle Nass ist nicht ganz ungefährlich.
Ein Sprung ins kühle Nass ist nicht ganz ungefährlich.

Mit diesen Tipps können Sie Ihr Badevergnügen bei sommerlichen Temperaturen unbeschwert genießen.

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24. Juni 2020, 11:12 Uhr

Hamburg | Das hochsommerliche Wetter zieht in diesen Tagen viele Menschen ans Wasser. Damit steigt auch die Gefahr von Badeunfällen. Aus dem ultimativen Kick wird manchmal schnell ein Ende im Rollstuhl.

Fragen und Antworten

Wie viele Badeunfälle enden mit Querschnittslähmungen?

Nach Schätzungen von Experten erleiden in Deutschland jährlich etwa 2000 Menschen Querschnittlähmungen. Etwa fünf Prozent davon sind Folge von Stürzen oder Sprüngen ins Wasser.

Hans Jürgen Gerner, emeritierter Direktor der Heidelberger Universitätsklinik für Orthopädie II, registrierte in einer 2017 veröffentlichten Studie seit dem Jahr 1976 weit mehr als 1800 Querschnittlähmungen vom Hals abwärts durch Badeunfälle. Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ereignen sich im August die meisten Badeunfälle mit Querschnittlähmungen etwa durch einen leichtfertigen Kopfsprung in flache Gewässer oder Saltos in den Pool.

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Wer ist betroffen?

Fast alle Unfallopfer sind junge Männer, meist sind sie zwischen 16 und 25 Jahre alt. Sie springen aus Imponiergehabe, wegen einer Mutprobe oder aus Leichtsinn in einen Gartenteich, von einer Brücke in den Fluss oder von einem Ast kopfüber in einen Badesee. Sehr oft ist dabei Alkohol im Spiel.

Was sind die Folgen?

Besonders tragisch ist die sogenannte Tetraplegie. Dabei können Patienten wegen einer Fraktur der Halswirbel und einer daraus resultierenden Rückenmarksverletzung beide Arme und Beine gar nicht mehr oder allenfalls noch eingeschränkt bewegen. Im schlimmsten Fall kann der Betroffene dann nicht einmal mehr selbst atmen.

Video: Deutschland startet in den Sommer


Gibt es Spezialkliniken?

Bundesweit gibt es etwa zwei Dutzend auf Wirbelverletzungen spezialisierte Zentren, das größte davon in Hamburg mit 120 Behandlungsplätzen. Die Betroffenen werden in den Zentren umfassend versorgt, von der Akutphase über die weiterführende Rehabilitation bis zur lebenslangen Nachsorge. Gerner bezifferte in seiner Studie allein die Kosten für die medizinische Erstversorgung einer schweren sogenannten Hochquerschnittlähmung durch einen Sprung oder Sturz ins Wasser pro Patient auf mindestens 200.000 Euro.

Welche Regeln sollten beim Badeausflug beachtet werden?

Die Experten raten: Nie in unbekannte Gewässer springen. Vor einem Sprung sollte geprüft werden, wie tief das Wasser ist. Auf Kopfsprünge sollte nach Auffassung der DLRG besser ganz verzichtet werden. Keiner sollte sich auf sogenannte Mutproben einlassen. Zudem sollte beim Baden auf Alkohol verzichtet werden. Auch die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung will mit ihrer Präventionskampagne "no risk - no fun?" für die Gefahren sensibilisieren.

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