Finanzspritzen für das Lernen

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23. Januar 2010, 02:37 Uhr

Wer sich weiterbilden möchte, kann den Staat an den Kosten für Lehrgang, Prüfung oder Zertifikat beteiligen. Die Bildungsprämie macht es möglich. Seit Anfang des Jahres können bis zu 500 Euro als Prämiengutschein gewährt werden - mehr als dreimal so viel wie bisher. Neben dem Gutschein bilden das Weiterbildungssparen und - allerdings erst in Zukunft - das Weiterbildungsdarlehen weitere Komponenten der Bildungsprämie.

Prämiengutschein

Der Staat übernimmt die Hälfte der anfallenden Kosten für Weiterbildungskurse und -prüfungen, höchstens jedoch 500 Euro. Die andere Hälfte muss der Antragsteller aufbringen. Den Zuschuss erhalten Arbeitnehmer sowie Selbstständige jedoch nur, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 25 600 Euro nicht übersteigt. Bei gemeinsam Veranlagten, zum Beispiel Ehepartnern, sind es 51 200 Euro. Wie die Prämie sind die Einkommensgrenzen ab diesem Jahr deutlich höher.

Auch Mütter oder Väter in Elternzeit können den Prämiengutschein erhalten, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Voraussetzung: Zu Beginn der Elternzeit befanden sie sich in ungekündigter Stellung. Berufsrückkehrer, die wegen Erziehung eines Kindes oder der Pflege eines Angehörigen ihre Berufstätigkeit mindestens ein Jahr lang unterbrochen haben, sind prämienberechtigt, wenn der Unterbrechungsgrund mehr als ein Jahr zurückliegt oder die Arbeitsagentur eine Weiterbildungsförderung abgelehnt hat.

Außerdem gilt: Die gewählte Weiterbildungsmaßnahme muss beschäftigungsrelevant sein und sollte die Beschäftigungsfähigkeit erhöhen. Sie muss wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln und Kompetenzen erweitern. Das Spektrum reicht vom Lehrgang für ein PC-Programm über Kompakt-Sprachkurse bis hin zu fachspezifischen Fortbildungen, wie etwa einem Grundlagenkurs für Existenzgründer.

Beratung

Der Weg zum Prämiengutschein führt über eine persönliche Beratung. "Bundesweit arbeiten bereits 442 Beratungsstellen, 600 sollen es einmal sein", erklärt Charlotte Buttlar, Pressereferentin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. "Weil es sich um ein bundesweites Angebot handelt, sind Interessenten bei der Wahl der Beratungsstelle nicht an ihr Bundesland gebunden." Wo es Beratungsstellen gibt und wie diese zu erreichen sind, ist an der kostenlosen Hotline 0800/2623000 und im Internet unter bildungspraemie.info zu erfahren.

Die Mitarbeiter in den Beratungsstellen prüfen, ob der Einzelne die Förderkriterien erfüllt, und helfen dabei, das Weiterbildungsziel zu definieren. Da rüber hinaus informieren sie über pas-sende Angebote und geeignete Anbieter in der Region. Aber aufgepasst: Jeder Interessent kann nur einmal pro Jahr eine solche Beratung in Anspruch nehmen. Wer schon einen bestimmten Kurs im Auge hat, sollte sich deshalb vor dem Gespräch an der Hotline informieren, ob dieser überhaupt förderfähig ist. Sonst verschenkt er unter Umständen seine Beratung.

Der Prämiengutschein wird dann beim Anbieter des Weiterbildungskurses abgegeben. Aber: Kein Anbieter ist verpflichtet, ihn anzunehmen. Allerdings geht man davon aus, dass das in der Praxis nicht relevant ist, weil dem Weiterbildungsinstitut sonst ein neuer Kunde verloren ginge.

Weiterbildungssparen

Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen (VL) anlegen, können aus dem angesparten Guthaben Geld für eine Weiterbildungsmaßnahme entnehmen. Voraussetzung: Das Guthaben ist mit einer Arbeitnehmer-Sparzulage gefördert worden. Das gilt auch, wenn die für VL-Verträge gültige Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist. Einkommensgrenzen wie beim Prämiengutschein gibt es nicht. Außerdem bleibt der Anspruch auf die Arbeitnehmer sparzulage weiter bestehen. Das Weiterbildungssparen kann mit dem Prämien gutschein kombiniert werden - der für den Gutschein erforderliche 50-prozentige Eigenanteil kann also aus so einem Sparguthaben finanziert werden.

Weiterbildungsdarlehen

Das ursprünglich geplante Weiterbildungsdarlehen wurde wegen der Finanzkrise zunächst zurückgestellt. Mit dieser Variante der Bildungsprämie sollen künftig teure Weiterbildungen ohne Einhaltung von Einkommensgrenzen über ein zinsgünstiges Darlehen von der bundeseigenen KfW-Bank finanziert werden.

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